Ernst Thälmanns Kampfappell vor den 80 000 Antifaschisten in Dresden!
Genossinnen und Genossen!
Im Namen des Zentralkomitees der KPD überbringe ich euch leidenschaftliche revolutionäre Kampfesgrüße. Hier sind heute die roten Arbeiterbataillone, die mutigsten und kühnsten Klassenkämpfer aus den verschiedensten sächsischen Städten aufmarschiert. Auf den Gesichtern der Demonstranten steht der leidenschaftliche Kampfeswille gegen die Bourgeoisie, der unbeugsame Wille, den Kampf gegen den bIutigen Faschismus bis zum siegreichen Ende zu führen.
Vor wenigen Tagen sind die Vertreter der deutschen Bourgeoisie aus Lausanne von ihrem Kanossagang zurückgekehrt. Die Schlinge des Versailler Systems wird mit Hilfe der Nazis festergezogen.
14 Jahre kapitalistische deutsche Republik, 14 Jahre Leidensweg des deutschen Proletariats und aller werktätigen Schichten, 13 Jahre Ketten des Versailler Systems, das sind eherne Tatsachen und schärfste Anklagen gegen die Sozialdemokratie.
Gerade hier in Sachsen sehen wir, wie die ökonomische Krise mehr und mehr auch durch das Versailler System verschärft und vertieft wird.
Die deutsche Bourgeoisie hat mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen, sie stellt sich daher die Aufgabe, die unmittelbare Aufrichtung der faschistischen Diktatur durchzuführen. Mit der blutigen GeißeI des Faschismus will die Bourgeoisie ihre Pläne in Deutschland durchsetzen.
Jahrelang hat man die deutschen Werktätigen beschwindelt und betrogen. Immer hat man gesagt: Es kommt eine andere Zeit! Heute stehen die volksbetrügerischen Demagogen wieder vor den Werktätigen und nehmen den Mund voll von den tollsten Versprechungen, um die Arbeiter und kleinen Bauern zu täuschen und zu betrügen.
Allein unser stolzes kommunistisches Banner ist nicht befleckt mit der Versailler Schmach, unsere rote Fahne ist unbefleckt von kapitalistischer Korruption. Diese unsere rote Kämpferfahne werden wir trotz Verbot, trotz Schikane und trotz Unterdrückung siegreich vorwärtstragen! (Händeklatschen, Beifall.)
14 Jahre kapitalistische Republik
hat das deutsche Proletariat erlebt. Die verflossenen 14 Jahre kapitalistischer Republik, die verschiedenen Koalitionsregierungen bis zur heutigen reaktionären Papenregierung im Hindenburg-Deutschland haben bewiesen, daß das kapitalistische System keinen Ausweg aus der brennenden, tiefgehenden kapitalistischen Krise aufzuweisen vermag. Die Hitlerbewegung will das „dritte Reich“ voll Elend, Kummer, Not und Verzweiflung schaffen.
Wir deutschen Kommunisten sagen: Das deutsche Proletariat läßt niemals zu, daß aus Deutschland ein zweites Mussolini-Italien wird! (Stürmischer Beifall.)
Die großen Erfahrungen, die das sächsische Proletariat auch in der Vorkriegszeit im schärfsten Klassenkampf gesammelt hat, diese Erfahrungen sind noch nicht herausgehämmert aus den Köpfen der revolutionären Arbeiterbataillone.
Hier auf diesem von schärfsten Klassenkämpfen durchschüttelten revolutionären Boden fanden vor Jahrzehnten die Wahlrechtsdemonstrationen der alten Sozialdemokratie statt. Hier wurden Liebknecht, August Bebel und andere führende Sozialdemokraten der alten SPD damals in den Reichstag gewählt, als diese Partei noch revolutionär und klassenbewusst war.
Heute sind Teile dieser einst revolutionären Partei bzw. ganze Personengruppen, vornehmlich die, welche im kapitalistischen Verwaltungsapparat sitzen, bereits zur nationalsozialistischen Bewegung übergetreten. (Pfui-Rufe.) Unter der Mitgliedschaft sehen wir den entgegengesetzten Prozess:
Die sozialdemokratischen Arbeiter, die Reichsbanner- und SPD-Genossen kommen der roten Front, der Fahne der Antifaschistischen Aktion immer näher. Und das gibt uns die revolutionäre Hoffnung und steigert unseren Kampfeswillen, das Ziel der Nazis, aus Deutschland ein zweites Mussolini-Italien zu machen, zu verhindern!
In Italien schmachten Tausende von Freiheitskämpfern in den Gefängnissen und Zuchthäusern. In den Liparischen Fiebersümpfen und auf den Verbannteninseln verrecken täglich Dutzende ehrlicher Antifaschisten, weil sie für ihre revolutionäre Idee und für den Freiheitskampf der Werktätigen eintraten.
In Italien strecken die hungernden Proletenkinder den Reisenden bettelnd die Hände entgegen, um ein paar Pfennige zu ergattern. In Italien wird der arme Bauer durch die Steuerdiktatur von seiner Scholle verjagt. Das Mussolinische Italien, das „dritte Reich“ in der Praxis ist ein System brutaler Unterdrückung. Und das italienische Beispiel hat uns gezeigt,
was wir von den sozialdemokratischen Führern zu erwarten haben.
Die Hälfte der damaligen Führer des Generalrates der italienischen Gewerkschaften sind unter Führung d’Arragonas zur faschistischen Bewegung übergetreten.
Deutschland in ein Blutfeld verwandelt
Seitdem in Deutschland die SA und SS wieder legalisiert sind, ist Deutschland in ein wahres Blutfeld verwandelt worden. Allein in den letzten vier Wochen sind in Deutschland 99 Tote und 1125 Verwundete zu verzeichnen. (Pfui-Rufe.)
Nicht nur Kommunisten, sondern auch Reichsbannerkameraden sind unter diesen Toten.
Genosse Thälmann schildert an dieser Stelle eine Reihe faschistischer Bluttaten und weist vor allem am Beispiel von Altona nach, daß die Nazis die wahren Schuldigen sind.
Die sich immer stärker entwickelnden Kämpfe entbrennen darum mit solch einer Leidenschaft, weil das deutsche Proletariat mit seinem Klasseninstinkt und seinem entwickelten Klassenbewußtsein in den braunen Garden jene blutigen Beauftragten des Kapitalismus sehen, die eine Schreckensdiktatur gegen die Werktätigen wollen. (Sehr richtig!)
Die Frage des Faschismus, die Frage der faschistischen Diktatur, das ist nicht eine Frage, die von heute auf morgen in Deutschland gestellt wurde. Von den bürgerlich-demokratischen Herrschermethoden, mit denen der Kapitalismus seine Ziele durchzusetzen versuchte, hat sich bis heute organisch jener Zustand entwickelt, wo dieselbe Bourgeoisie mit faschistischen Herrschaftsmethoden versucht, ihre Ziele zu erreichen.
Der von Ebert und Scheidemann beschrittene Weg endete folgerichtig in der faschistischen Papen-Diktatur
In der Sowjetunion können sich keine faschistischen Garden tummeln!
In der Sowjetunion dagegen sehen wir die stärkste Entfaltung der Freiheit für die Werktätigen, dort sehen wir keine Erwerbslosigkeit, keine Krise, keinen Faschismus, dort werden alle, die befähigt sind, in der Industrie und Staatsverwaltung zur Arbeit herangezogen. In Deutschland dagegen hungern Millionen von Werktätigen, werden aber Tausende von Mittelständlern und Kleinbauern in den Strudel der Verelendung hineingezogen.
Das russische Beispiel wird gerade durch den Niedergang des kapitalistischen Systems zu einem lebendigen Ansporn für Deutschland und die ganze Welt. (Sehr richtig.)
In der Sowjetunion ist es unmöglich, daß in den Straßen von Leningrad und Moskau faschistische Garden ihre Pistolen gegen die Arbeiter richten, denn es gibt dort keine Faschisten.
Die Waffen sind in der Sowjetunion in den Händen der Jungen, der Mädels, der Roten Armee und der Roten Flotte, die ihr Vaterland auf Tod und Leben verteidigen. (Brausende Bravo-Rufe.)
So steht vor den werktätigen Massen Deutschlands auch heute die Entscheidung: Hindenburg-Deutschland oder sozialistisches Rußland.
Wir wissen, daß uns heute viele Werktätige noch nicht verstehen, aber sie werden uns morgen und übermorgen im Verlaufe der kommenden Kämpfe verstehen. Viele Millionen von Menschen haben es auch 1917 nicht geglaubt, daß mit dem roten Oktober das sozialistische System aufgebaut und solche heroische Beispiele proletarischen Könnens und revolutionärer Aufbaufreudigkeit geliefert würden. Hätte in Rußland Kerenski gesiegt, dann müßten die russischen Arbeiter und Bauern heute 30 Milliarden zaristische Schulden bezahlen. So aber ist das russische Volk befreit.
Die Diktatur des Proletariats machte aus dem Brest-Litowsker Gewaltfrieden einen Fetzen Papier. Das Versailler Diktat aber ist heute noch eine brutale Tatsache.
Wir stehen unter der Fuchtel einer doppelten Sklavenfron
Was haben die Vertreter der deutschen Bourgeoisie in Lausanne dem deutschen dem deutschen Volke heimgebracht?
Trotzdem Lausanne noch nicht ratifiziert ist, steht heute bereits fest, daß an den wichtigsten Grundfragen der Versailler Bestimmungen nichts geändert ist. Die Vertreter der Papenregierung erklärten sich bereit 3 Milliarden Mark als Reparationssumme weiter zu zahlen. Hinzu kommen die Zinsen aus der Dawesanleihe, der Younganleihe, die Besatzungskosten an Amerika, die Schuldverpflichtungen aus dem belgischen Marktabkommen, so daß praktisch das deutsche Proletariat 2,2 bis 2,3 Milliarden Mark allein an Zinsen für die Tributmächte aufzubringen hat. (Pfui-Rufe.)
Dazu kommt die innere Ausbeutung durch die Tributfronvögte des Inlandes, deren Peitsche ihr am eigenen Leibe verspürt. Das Lausanner Abkommen bedeutet eine Verschärfung der deutschen Krise und auch der Weltwirtschaftskrise.
Die deutsche Produktion ist beinahe schon zu 60 Prozent stillgelegt. Die in Sachsen in besonders großer Zahl vorhandenen Klein- und Mittelbetriebe leiden besonders stark unter der Krise.
Die Nazis, die durch Lausanne eine gehörige Backpfeife erhielten, sind durch die Tolerierung der Papenregierung vor den Augen von vielen Millionen bereits offen als eine Tributpartei entlarvt.
Wir Kommunisten sagen: Unter dem kapitalistischen System kann nie und nimmer eine Zerreißung der Versailler Verträge erreicht werden. Diese Frage und die Lösung des Problems der nationalen Minderheiten vermag nur die Diktatur des Proletariats durchzuführen. Unser nationales und soziales Befreiungsprogramm zeigt den klaren Weg dazu.
Dieses Befreiungsprogramm ist auch das Programm der Antifaschistischen Aktion.
Laßt uns dem Kapitalismus eine Medizin geben, an der er krepiert
Die Antifaschistische Aktion sammelt die Millionenmassen der Werktätigen unter dem Sturmbanner der proletarischen Einheit; die Sozialdemokratie sabotiert und zerschlägt überall in den Betrieben, an den Stempelstellen und in den Häuserblocks die sich bildende proletarische Einheit. Die SPD stellt Bedingungen, um die Einheit zu sprengen. Sie will der „Arzt des Kapitalismus“ sein, während wir ihm eine Medizin geben wollen, an der er krepiert! (Großer Beifall.)
Ebenso wie die Herren des SPD-Parteivorstandes verraten auch die „linken“ SPD-Führer die einheitliche Kampffront, weil sie die prinzipiellen Gegensätze zwischen uns und der SPD verwischen und die Arbeitermassen für die Ziele des Sozialfaschismus einspannen wollen.
Zwei Wege, zwei Konsequenzen
Die Stadt Dresden hat eine große revolutionäre Tradition. Auf dem SPD-Parteitag von 1903 erhob August Bebel das Banner des schärfsten Kampfes gegen die Revisionisten, gegen Leute vom Schlage der Auer, Vollmar, gegen Georg Bernhardt und andere. Gestalten, die heute längst im kleinbürgerlichen Sumpf gelandet sind.
Lenin, der große und geniale Lehrmeister des Proletariats, legte 1903 das Fundament zur kommunistischen Partei, die kampfentschlossenen durch jahrelange zähe Arbeit das russische Proletariat zum Sieg des Sozialismus führte. (Bravo!) Hier sind zwei Wege, zwei Konsequenzen.
Wir deutschen Antifaschisten entscheiden uns für den russischen Weg. Wir Kommunisten sind stolz darauf, eine Partei der Kommunistischen Intenationale zu sein!
Wir fragen euch: Ist es nicht besser, bei den Bolschewiken zu stehen, die dem Proletariat zur Macht verhalfen, als bei der 2. Internationale zu stehen, aus deren Reihen Leute vom Schlage der Clemencau, Herriot, Pilsudski, Mussolini und andere Konterrevolutionäre entsprossen sind. Unsere Fahne ist die Fahne des konsequenten Klassenkampfes, die wir gemeinsam mit unseren russischen Arbeitsbrüdern tragen, um den Sozialismus zur Tat werden zu lassen.
Nur eine Bedingung stellen wir: Unverbrüchlichen Kampfeswillen der Massen!
Das deutsche Finanzkapital will sein Herrschaftssystem mit dem Mittel der faschistischen Diktatur festigen und erhalten. Wir deutschen Kommunisten haben durch unseren Aufruf zur Organisierung der Antifaschistischen Aktion die Massen aufgerufen, alles zu tun, um dieses Bemühen des deutschen Finanzkapitals mit allen Mitteln zu verhindern! Die Antifaschistische Aktion ist keine neue Organisation, sondern eine große Massenbewegung, in der alle Arbeiter ungeachtet ihrer politischen Organisationszugehörigkeit mitkämpfen können. Wir stellen nur eine Bedingung an alle Werktätigen: Die des unverbrüchlichen Willens zum gemeinsamen Kampf, die Aufrichtung der faschistischen Diktatur in Deutschland zu verhindern!
Antifaschistische Aktion heißt Kampf um Lohn und Brot, Klassenkampf für den armen Bauern und für den unterdrückten Mittelständler, heißt Entfesselung von Erwerbslosenaktionen gegen den Unterstützungsraub! Antifaschistische Aktion heißt, dem Blutterror der Nazis die kampfgewillte einige Front des gesamten Proletariats entgegenzustellen! (Großer Beifall.)
Die Frage des Verbotes der KPD
wird in den Kabinetten der Länder und der Reichsregierung beraten. Wir sagen, man kann eine Partei auf dem Papier streichen, aber
man kann nicht Millionen kampfgewillter Menschen verbieten, daß sie eine Idee haben, daß sie sich für ein stählernes revolutionäres Programm entscheiden, und daß sie ernst damit machen, dieses Programm durchzuführen. (Bravo – großer Beifall.)
Unsere Partei ist nicht mehr die Partei von 1918 und von 1923. Unsere Parteiführung hat besonders im Jahre 1923 große Fehler gemacht, als die Arbeiterklasse kämpfte und entschlossen die Revolution durchführen wollte. – Heute ist unsere Partei gewachsen. Nicht nur im Inneren, sondern auch gewachsen mit euch.
Zum 31. Juli erklären wir: Nicht mit dem Stimmzettel, auch nicht mit Bittgängen, nicht mit Zukreuzekriechen werdet ihr die Weiterentwicklung Deutschlands zum Faschismus verhindern. Nein, in der Antifaschistischen Aktion – durch Schaffung neuer Kampfbataillone müssen wir
den Faschismus im Kampf niederringen!
Gerade darum müßt ihr am 31. Juli der Kommunistischen Partei die Stimme geben und ein Glaubensbekenntnis zur Antifaschistischen Aktion ablegen!
Und wenn wir auch dazu gezwungen sein sollten, unterirdisch in Löchern verfolgt, illegal weiterzuarbeiten, wir werden unsere Pflicht erfüllen, wie es einer revolutionären Partei gebührt. (Großer Beifall.) Wir übernehmen damit die revolutionären Traditionen der Vorkriegs-Sozialdemokratie. Das, was 12 Jahre Sozialistengesetz gezeigt haben, das sind auch die Lehren für die deutsche Kommunistische Partei!
Wir rufen die Jugend und wir rufen die Frauen unter unsere Fahnen!
Unsere Losung: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist nur dort erfüllt, wo der Sozialismus die Macht in Händen hat. Während hier in der sächsischen Industrie, in den Textil- und Schokoladenfabriken die Frauen und Mädels oft einen 3 bis 8 Mark geringeren Lohn als die Männer erhalten, ist in der Sowjetunion die Losung „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ in der Praxis verwirklicht (Bravo!)
Genosse Thälmann geht dann auf das Wesen der Diktatur des Proletariats, auf den ersten und zweiten Fünfjahrplan der Sowjetunion ein und sagt dann:
Wenn die imperialistische Meute der Welt es wagen sollte, dieses Land, das einzige Land des Sozialismus an der Gurgel zu packen, dann steht nicht nur die rote Armee und die rote Flotte dieses Landes zur Verteidigung bereit, sondern die Antifaschistischen und die Arbeiterbataillone der ganzen Welt sind bereit mit allen Mitteln gegen die Kriegsräuber loszuschlagen und die Macht der Imperialisten und Faschisten zu stürzen. (Bravo – Großer Beifall!)
Wenn die Nazi-Führer heute offen bekanntgeben, ihre SA- und SS-Leute zu bewaffnen, die Arbeiter an den Laternenpfählen aufzuknüpfen, dann sagen wir Kommunisten,
die Frage unseres Sieges ist eine Frage der Massenmacht und Massenkraft.
Glaubt ja nicht, die Arbeiter ließen sich wie Hasen auf dem Felde niederschießen. Die Proleten werden sich, wie es revolutionären Antifaschisten gebührt, mit allen Mittel zu wehren und gegen den Mordfaschismus anzukämpfen wissen. (Bravo! Großer Beifall!)
Ich erinnere an das Wort August Bebels auf dem sozialdemokratischen Parteitag von 1903 und rufe es insbesondere unseren sozialdemokratischen Klassengenossen ins Gedächtnis:
„Solange ich atmen und schreiben und sprechen kann, soll es nicht anders werden: ich werde der Todfeind dieser bürgerlichen Gesellschaft und dieser Staatsordnung sein und bleiben, um sie in ihrer Existenzgrundlage zu untergraben und sie, wenn ich kann, beseitigen.“
In diesem Sinne begehen wir unsere heutige Kundgebung. In diesem Sinne heißt
die Marschroute unserer antifaschistischen Armee:
Nur vorwärts, nicht zurück! In diesem Sinne kampfesmutiger die rote Sturmfahne emporgehoben! Ihr Unterdrückten, versteht eure Kraft zu gebrauchen, versteht gemeinsam zu kämpfen! Dann wird die Zeit bald kommen, wo wir nicht mehr deutsch sprechen mit der Bourgeoisie; sondern russisch reden, russisch kämpfen und russisch siegen! (Bravo – Großer Beifall!)
Wir kämpfen nicht nur um jeden Pfennig Lohnabbau und Unterstützung, um den Anzug des Jungen, um das Kleid des Mädels, sondern wir kämpfen für höhere Aufgaben, für eine Arbeiter- und Bauernregierung, für ein freies sozialistisches Deutschland! (Minutenlang anhaltender stürmischer Beifall.)
Aus der „Arbeiterstimme“ vom 20. Juli 1932 (Rede ist vom 19. Juli 1932)


