„Russisch reden, russisch kämpfen, russisch siegen!“

Ernst Thälmanns Kampfappell vor den 80 000 Antifaschisten in Dresden!

Genossinnen und Genossen!

Im Namen des Zentralkomitees der KPD überbringe ich euch leidenschaftliche revolutionäre Kampfesgrüße. Hier sind heute die roten Arbeiterbataillone, die mutigsten und kühnsten Klassenkämpfer aus den verschiedensten sächsischen Städten aufmarschiert. Auf den Gesichtern der Demonstranten steht der leidenschaftliche Kampfeswille gegen die Bourgeoisie, der unbeugsame Wille, den Kampf gegen den bIutigen Faschismus bis zum siegreichen Ende zu führen.

Vor wenigen Tagen sind die Vertreter der deutschen Bourgeoisie aus Lausanne von ihrem Kanossagang zurückgekehrt. Die Schlinge des Versailler Systems wird mit Hilfe der Nazis festergezogen.

14 Jahre kapitalistische deutsche Republik, 14 Jahre Leidensweg des deutschen Proletariats und aller werktätigen Schichten, 13 Jahre Ketten des Versailler Systems, das sind eherne Tatsachen und schärfste Anklagen gegen die Sozialdemokratie.

Gerade hier in Sachsen sehen wir, wie die ökonomische Krise mehr und mehr auch durch das Versailler System verschärft und vertieft wird.

Die deutsche Bourgeoisie hat mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen, sie stellt sich daher die Aufgabe, die unmittelbare Aufrichtung der faschistischen Diktatur durchzuführen. Mit der blutigen GeißeI des Faschismus will die Bourgeoisie ihre Pläne in Deutschland durchsetzen.

Jahrelang hat man die deutschen Werktätigen beschwindelt und betrogen. Immer hat man gesagt: Es kommt eine andere Zeit! Heute stehen die volksbetrügerischen Demagogen wieder vor den Werktätigen und nehmen den Mund voll von den tollsten Versprechungen, um die Arbeiter und kleinen Bauern zu täuschen und zu betrügen.

Allein unser stolzes kommunistisches Banner ist nicht befleckt mit der Versailler Schmach, unsere rote Fahne ist unbefleckt von kapitalistischer Korruption. Diese unsere rote Kämpferfahne werden wir trotz Verbot, trotz Schikane und trotz Unterdrückung siegreich vorwärtstragen! (Händeklatschen, Beifall.)

 

14 Jahre kapitalistische Republik

hat das deutsche Proletariat erlebt. Die verflossenen 14 Jahre kapitalistischer Republik, die verschiedenen Koalitionsregierungen bis zur heutigen reaktionären Papenregierung im Hindenburg-Deutschland haben bewiesen, daß das kapitalistische System keinen Ausweg aus der brennenden, tiefgehenden kapitalistischen Krise aufzuweisen vermag. Die Hitlerbewegung will das „dritte Reich“ voll Elend, Kummer, Not und Verzweiflung schaffen.

Wir deutschen Kommunisten sagen: Das deutsche Proletariat läßt niemals zu, daß aus Deutschland ein zweites Mussolini-Italien wird! (Stürmischer Beifall.)

Die großen Erfahrungen, die das sächsische Proletariat auch in der Vorkriegszeit im schärfsten Klassenkampf gesammelt hat, diese Erfahrungen sind noch nicht herausgehämmert aus den Köpfen der revolutionären Arbeiterbataillone.

Hier auf diesem von schärfsten Klassenkämpfen durchschüttelten revolutionären Boden fanden vor Jahrzehnten die Wahlrechtsdemonstrationen der alten Sozialdemokratie statt. Hier wurden Liebknecht, August Bebel und andere führende Sozialdemokraten der alten SPD damals in den Reichstag gewählt, als diese Partei noch revolutionär und klassenbewusst war.

Heute sind Teile dieser einst revolutionären Partei bzw. ganze Personengruppen, vornehmlich die, welche im kapitalistischen Verwaltungsapparat sitzen, bereits zur nationalsozialistischen Bewegung übergetreten. (Pfui-Rufe.) Unter der Mitgliedschaft sehen wir den entgegengesetzten Prozess:

Die sozialdemokratischen Arbeiter, die Reichsbanner- und SPD-Genossen kommen der roten Front, der Fahne der Antifaschistischen Aktion immer näher. Und das gibt uns die revolutionäre Hoffnung und steigert unseren Kampfeswillen, das Ziel der Nazis, aus Deutschland ein zweites Mussolini-Italien zu machen, zu verhindern!

In Italien schmachten Tausende von Freiheitskämpfern in den Gefängnissen und Zuchthäusern. In den Liparischen Fiebersümpfen und auf den Verbannteninseln verrecken täglich Dutzende ehrlicher Antifaschisten, weil sie für ihre revolutionäre Idee und für den Freiheitskampf der Werktätigen eintraten.

In Italien strecken die hungernden Proletenkinder den Reisenden bettelnd die Hände entgegen, um ein paar Pfennige zu ergattern. In Italien wird der arme Bauer durch die Steuerdiktatur von seiner Scholle verjagt. Das Mussolinische Italien, das „dritte Reich“ in der Praxis ist ein System brutaler Unterdrückung. Und das italienische Beispiel hat uns gezeigt, 

was wir von den sozialdemokratischen Führern zu erwarten haben.

Die Hälfte der damaligen Führer des Generalrates der italienischen Gewerkschaften sind unter Führung d’Arragonas zur faschistischen Bewegung übergetreten.

 

Deutschland in ein Blutfeld verwandelt

Seitdem in Deutschland die SA und SS wieder legalisiert sind, ist Deutschland in ein wahres Blutfeld verwandelt worden. Allein in den letzten vier Wochen sind in Deutschland 99 Tote und 1125 Verwundete zu verzeichnen. (Pfui-Rufe.)

Nicht nur Kommunisten, sondern auch Reichsbannerkameraden sind unter diesen Toten.

Genosse Thälmann schildert an dieser Stelle eine Reihe faschistischer Bluttaten und weist vor allem am Beispiel von Altona nach, daß die Nazis die wahren Schuldigen sind.

Die sich immer stärker entwickelnden Kämpfe entbrennen darum mit solch einer Leidenschaft, weil das deutsche Proletariat mit seinem Klasseninstinkt und seinem entwickelten Klassenbewußtsein in den braunen Garden jene blutigen Beauftragten des Kapitalismus sehen, die eine Schreckensdiktatur gegen die Werktätigen wollen. (Sehr richtig!)

Die Frage des Faschismus, die Frage der faschistischen Diktatur, das ist nicht eine Frage, die von heute auf morgen in Deutschland gestellt wurde. Von den bürgerlich-demokratischen Herrschermethoden, mit denen der Kapitalismus seine Ziele durchzusetzen versuchte, hat sich bis heute organisch jener Zustand entwickelt, wo dieselbe Bourgeoisie mit faschistischen Herrschaftsmethoden versucht, ihre Ziele zu erreichen.

 

Der von Ebert und Scheidemann beschrittene Weg endete folgerichtig in der faschistischen Papen-Diktatur

In der Sowjetunion können sich keine faschistischen Garden tummeln!

In der Sowjetunion dagegen sehen wir die stärkste Entfaltung der Freiheit für die Werktätigen, dort sehen wir keine Erwerbslosigkeit, keine Krise, keinen Faschismus, dort werden alle, die befähigt sind, in der Industrie und Staatsverwaltung zur Arbeit herangezogen. In Deutschland dagegen hungern Millionen von Werktätigen, werden aber Tausende von Mittelständlern und Kleinbauern in den Strudel der Verelendung hineingezogen. 

Das russische Beispiel wird gerade durch den Niedergang des kapitalistischen Systems zu einem lebendigen Ansporn für Deutschland und die ganze Welt. (Sehr richtig.)

In der Sowjetunion ist es unmöglich, daß in den Straßen von Leningrad und Moskau faschistische Garden ihre Pistolen gegen die Arbeiter richten, denn es gibt dort keine Faschisten.

Die Waffen sind in der Sowjetunion in den Händen der Jungen, der Mädels, der Roten Armee und der Roten Flotte, die ihr Vaterland auf Tod und Leben verteidigen. (Brausende Bravo-Rufe.)

So steht vor den werktätigen Massen Deutschlands auch heute die Entscheidung: Hindenburg-Deutschland oder sozialistisches Rußland.

Wir wissen, daß uns heute viele Werktätige noch nicht verstehen, aber sie werden uns morgen und übermorgen im Verlaufe der kommenden Kämpfe verstehen. Viele Millionen von Menschen haben es auch 1917 nicht geglaubt, daß mit dem roten Oktober das sozialistische System aufgebaut und solche heroische Beispiele proletarischen Könnens und revolutionärer Aufbaufreudigkeit geliefert würden. Hätte in Rußland Kerenski gesiegt, dann müßten die russischen Arbeiter und Bauern heute 30 Milliarden zaristische Schulden bezahlen. So aber ist das russische Volk befreit.

Die Diktatur des Proletariats machte aus dem Brest-Litowsker Gewaltfrieden einen Fetzen Papier. Das Versailler Diktat aber ist heute noch eine brutale Tatsache.

 

Wir stehen unter der Fuchtel einer doppelten Sklavenfron

Was haben die Vertreter der deutschen Bourgeoisie in Lausanne dem deutschen dem deutschen Volke heimgebracht?

Trotzdem Lausanne noch nicht ratifiziert ist, steht heute bereits fest, daß an den wichtigsten Grundfragen der Versailler Bestimmungen nichts geändert ist. Die Vertreter der Papenregierung erklärten sich bereit 3 Milliarden Mark als Reparationssumme weiter zu zahlen. Hinzu kommen die Zinsen aus der Dawesanleihe, der Younganleihe, die Besatzungskosten an Amerika, die Schuldverpflichtungen aus dem belgischen Marktabkommen, so daß praktisch das deutsche Proletariat 2,2 bis 2,3 Milliarden Mark allein an Zinsen für die Tributmächte aufzubringen hat. (Pfui-Rufe.)

Dazu kommt die innere Ausbeutung durch die Tributfronvögte des Inlandes, deren Peitsche ihr am eigenen Leibe verspürt. Das Lausanner Abkommen bedeutet eine Verschärfung der deutschen Krise und auch der Weltwirtschaftskrise.

Die deutsche Produktion ist beinahe schon zu 60 Prozent stillgelegt. Die in Sachsen in besonders großer Zahl vorhandenen Klein- und Mittelbetriebe leiden besonders stark unter der Krise. 

Die Nazis, die durch Lausanne eine gehörige Backpfeife erhielten, sind durch die Tolerierung der Papenregierung vor den Augen von vielen Millionen bereits offen als eine Tributpartei entlarvt.

Wir Kommunisten sagen: Unter dem kapitalistischen System kann nie und nimmer eine Zerreißung der Versailler Verträge erreicht werden. Diese Frage und die Lösung des Problems der nationalen Minderheiten vermag nur die Diktatur des Proletariats durchzuführen. Unser nationales und soziales Befreiungsprogramm zeigt den klaren Weg dazu.

Dieses Befreiungsprogramm ist auch das Programm der Antifaschistischen Aktion.

 

Laßt uns dem Kapitalismus eine Medizin geben, an der er krepiert

Die Antifaschistische Aktion sammelt die Millionenmassen der Werktätigen unter dem Sturmbanner der proletarischen Einheit; die Sozialdemokratie sabotiert und zerschlägt überall in den Betrieben, an den Stempelstellen und in den Häuserblocks die sich bildende proletarische Einheit. Die SPD stellt Bedingungen, um die Einheit zu sprengen. Sie will der „Arzt des Kapitalismus“ sein, während wir ihm eine Medizin geben wollen, an der er krepiert! (Großer Beifall.)

Ebenso wie die Herren des SPD-Parteivorstandes verraten auch die „linken“ SPD-Führer die einheitliche Kampffront, weil sie die prinzipiellen Gegensätze zwischen uns und der SPD verwischen und die Arbeitermassen für die Ziele des Sozialfaschismus einspannen wollen.

 

Zwei Wege, zwei Konsequenzen

Die Stadt Dresden hat eine große revolutionäre Tradition. Auf dem SPD-Parteitag von 1903 erhob August Bebel das Banner des schärfsten Kampfes gegen die Revisionisten, gegen Leute vom Schlage der Auer, Vollmar, gegen Georg Bernhardt und andere. Gestalten, die heute längst im kleinbürgerlichen Sumpf gelandet sind.

Lenin, der große und geniale Lehrmeister des Proletariats, legte 1903 das Fundament zur kommunistischen Partei, die kampfentschlossenen durch jahrelange zähe Arbeit das russische Proletariat zum Sieg des Sozialismus führte. (Bravo!) Hier sind zwei Wege, zwei Konsequenzen.

Wir deutschen Antifaschisten entscheiden uns für den russischen Weg. Wir Kommunisten sind stolz darauf, eine Partei der Kommunistischen Intenationale zu sein!

Wir fragen euch: Ist es nicht besser, bei den Bolschewiken zu stehen, die dem Proletariat zur Macht verhalfen, als bei der 2. Internationale zu stehen, aus deren Reihen Leute vom Schlage der Clemencau, Herriot, Pilsudski, Mussolini und andere Konterrevolutionäre entsprossen sind. Unsere Fahne ist die Fahne des konsequenten Klassenkampfes, die wir gemeinsam mit unseren russischen Arbeitsbrüdern tragen, um den Sozialismus zur Tat werden zu lassen.

Nur eine Bedingung stellen wir: Unverbrüchlichen Kampfeswillen der Massen!

Das deutsche Finanzkapital will sein Herrschaftssystem mit dem Mittel der faschistischen Diktatur festigen und erhalten. Wir deutschen Kommunisten haben durch unseren Aufruf zur Organisierung der Antifaschistischen Aktion die Massen aufgerufen, alles zu tun, um dieses Bemühen des deutschen Finanzkapitals mit allen Mitteln zu verhindern! Die Antifaschistische Aktion ist keine neue Organisation, sondern eine große Massenbewegung, in der alle Arbeiter ungeachtet ihrer politischen Organisationszugehörigkeit mitkämpfen können. Wir stellen nur eine Bedingung an alle Werktätigen: Die des unverbrüchlichen Willens zum gemeinsamen Kampf, die Aufrichtung der faschistischen Diktatur in Deutschland zu verhindern!

Antifaschistische Aktion heißt Kampf um Lohn und Brot, Klassenkampf für den armen Bauern und für den unterdrückten Mittelständler, heißt Entfesselung von Erwerbslosenaktionen gegen den Unterstützungsraub! Antifaschistische Aktion heißt, dem Blutterror der Nazis die kampfgewillte einige Front des gesamten Proletariats entgegenzustellen! (Großer Beifall.)

 

Die Frage des Verbotes der KPD

wird in den Kabinetten der Länder und der Reichsregierung beraten. Wir sagen, man kann eine Partei auf dem Papier streichen, aber 

man kann nicht Millionen kampfgewillter Menschen verbieten, daß sie eine Idee haben, daß sie sich für ein stählernes revolutionäres Programm entscheiden, und daß sie ernst damit machen, dieses Programm durchzuführen. (Bravo – großer Beifall.)

Unsere Partei ist nicht mehr die Partei von 1918 und von 1923. Unsere Parteiführung hat besonders im Jahre 1923 große Fehler gemacht, als die Arbeiterklasse kämpfte und entschlossen die Revolution durchführen wollte. – Heute ist unsere Partei gewachsen. Nicht nur im Inneren, sondern auch gewachsen mit euch.

Zum 31. Juli erklären wir: Nicht mit dem Stimmzettel, auch nicht mit Bittgängen, nicht mit Zukreuzekriechen werdet ihr die Weiterentwicklung Deutschlands zum Faschismus verhindern. Nein, in der Antifaschistischen Aktion – durch Schaffung neuer Kampfbataillone müssen wir

den Faschismus im Kampf niederringen!

Gerade darum müßt ihr am 31. Juli der Kommunistischen Partei die Stimme geben und ein Glaubensbekenntnis zur Antifaschistischen Aktion ablegen!

Und wenn wir auch dazu gezwungen sein sollten, unterirdisch in Löchern verfolgt, illegal weiterzuarbeiten, wir werden unsere Pflicht erfüllen, wie es einer revolutionären Partei gebührt. (Großer Beifall.) Wir übernehmen damit die revolutionären Traditionen der Vorkriegs-Sozialdemokratie. Das, was 12 Jahre Sozialistengesetz gezeigt haben, das sind auch die Lehren für die deutsche Kommunistische Partei!

 

Wir rufen die Jugend und wir rufen die Frauen unter unsere Fahnen!

Unsere Losung: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist nur dort erfüllt, wo der Sozialismus die Macht in Händen hat. Während hier in der sächsischen Industrie, in den Textil- und Schokoladenfabriken die Frauen und Mädels oft einen 3 bis 8 Mark geringeren Lohn als die Männer erhalten, ist in der Sowjetunion die Losung „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ in der Praxis verwirklicht (Bravo!)

Genosse Thälmann geht dann auf das Wesen der Diktatur des Proletariats, auf den ersten und zweiten Fünfjahrplan der Sowjetunion ein und sagt dann: 

Wenn die imperialistische Meute der Welt es wagen sollte, dieses Land, das einzige Land des Sozialismus an der Gurgel zu packen, dann steht nicht nur die rote Armee und die rote Flotte dieses Landes zur Verteidigung bereit, sondern die Antifaschistischen und die Arbeiterbataillone der ganzen Welt sind bereit mit allen Mitteln gegen die Kriegsräuber loszuschlagen und die Macht der Imperialisten und Faschisten zu stürzen. (Bravo – Großer Beifall!)

Wenn die Nazi-Führer heute offen bekanntgeben, ihre SA- und SS-Leute zu bewaffnen, die Arbeiter an den Laternenpfählen aufzuknüpfen, dann sagen wir Kommunisten, 

die Frage unseres Sieges ist eine Frage der Massenmacht und Massenkraft.

Glaubt ja nicht, die Arbeiter ließen sich wie Hasen auf dem Felde niederschießen. Die Proleten werden sich, wie es revolutionären Antifaschisten gebührt, mit allen Mittel zu wehren und gegen den Mordfaschismus anzukämpfen wissen. (Bravo! Großer Beifall!)

Ich erinnere an das Wort August Bebels auf dem sozialdemokratischen Parteitag von 1903 und rufe es insbesondere unseren sozialdemokratischen Klassengenossen ins Gedächtnis:

„Solange ich atmen und schreiben und sprechen kann, soll es nicht anders werden: ich werde der Todfeind dieser bürgerlichen Gesellschaft und dieser Staatsordnung sein und bleiben, um sie in ihrer Existenzgrundlage zu untergraben und sie, wenn ich kann, beseitigen.“

In diesem Sinne begehen wir unsere heutige Kundgebung. In diesem Sinne heißt

die Marschroute unserer antifaschistischen Armee:

Nur vorwärts, nicht zurück! In diesem Sinne kampfesmutiger die rote Sturmfahne emporgehoben! Ihr Unterdrückten, versteht eure Kraft zu gebrauchen, versteht gemeinsam zu kämpfen! Dann wird die Zeit bald kommen, wo wir nicht mehr deutsch sprechen mit der Bourgeoisie; sondern russisch reden, russisch kämpfen und russisch siegen! (Bravo – Großer Beifall!)

Wir kämpfen nicht nur um jeden Pfennig Lohnabbau und Unterstützung, um den Anzug des Jungen, um das Kleid des Mädels, sondern wir kämpfen für höhere Aufgaben, für eine Arbeiter- und Bauernregierung, für ein freies sozialistisches Deutschland! (Minutenlang anhaltender stürmischer Beifall.)

 

Aus der „Arbeiterstimme“ vom 20. Juli 1932 (Rede ist vom 19. Juli 1932)

Seite 5 der „Arbeiterstimme“ vom 20. Juli 1932

Gedenken zum Überfall auf die Sowjetion vor 85 Jahren

Am 22. Juni 2026 jährt sich der Überfall des faschistischen Deutschlands auf die Sowjetunion zum 85. Mal. 

„Zuvor hatten die Nazis Europa in Blitzkriegen unter der Hakenkreuzfahne „vereint“. Sie waren nun in der Lage, gegen den gemeinsamen, zutiefst verhassten Feind, die in der So­wjet­union staatlich organisierte Arbeiterbewegung, zu Felde zu ziehen. In allen Ländern Europas fanden sich willige Kollaborateure für den Kreuzzug gegen den Kommunismus. In Britannien und den USA sprach vielen der spätere US-Präsident Harry Truman aus dem Herzen: „Wenn wir sehen, dass Deutschland den Krieg gewinnt, sollten wir Russland helfen, und wenn Russland gewinnt, sollten wir Deutschland helfen, und auf diese Weise lassen wir sie so viele wie möglich töten… „

Hier geht es zum vollständigen Artikel „Knüppelpolitik“ in der „Unsere Zeit“: https://www.unsere-zeit.de/knueppelpolitik-4815161/

Zu diesem Anlass veranstaltet die DKP Leipzig einen Filmnachmittag. Wir laden herzlich zur Vorführung des Films »Komm und sieh« ein.

Der eindrucksvolle, teilweise auch umstrittene sowjetische Antikriegsfilm aus dem Jahr 1985 zeigt in sehr bedrückenden Bildern die Schrecken der deutschen Besatzung Weißrusslands aus der Perspektive eines Jugendlichen, der sich 1943 dem Partisanenkampf anschließt.

Inhaltshinweis: Einige Gewaltszenen des Films sind sehr explizit.

? 21. Juni 2026

? 14:00 Uhr

? Café Rosa (Merseburger Str. 103, 04177 Leipzig)

Im Anschluss besteht die Möglichkeit zum gemeinsamen Austausch und Gespräch.

Der Eintritt ist frei, Spenden erwünscht. Essen und Getränke können im Café erworben werden.

Hier gibt es weitere Informationen: https://neu.die-dkp-leipzig.de/2026/06/06/filmnachmittag-zum-85-jahrestag-des-ueberfalls-auf-die-sowjetunion/

Gedenken in Dresden!

Wann? 21.06.2026 um 10:00 Uhr 

Wo? am sowjetischen Ehrenmal auf dem Olbrichtplatz in Dresden

Das Thema lautet: „85.Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion – Russland ist nicht unser Feind!“

Hier gibt es weitere Informationen: https://www.dresdenstadtdesfriedens.com/

Die Terroristen sitzen in der US-Regierung

– Erklärung der DKP zu der geplanten Anklage gegen Raúl Castro vom 20.05.2026 –

Als würde die jahrzehntelange Blockade nicht reichen, die jetzt zu einer vollständigen Energieblockade verschärft wurde, plant das Justizministerium der USA nun eine Anklage gegen den Revolutionär und ehemaligen Präsidenten Kubas, Raúl Castro.

Die Anklage, die in dieser Woche von der Bezirksstaatsanwaltschaft Miami erhoben werden soll, bezieht sich auf den Abschuss zweier US-amerikanischer Flugzeuge durch die kubanische Luftwaffe vor 30 Jahren. Die Flugzeuge gehörten der konterrevolutionären Organisation „Brothers to the Rescue“ und waren illegal in kubanischen Luftraum eingedrungen. Diese Organisation war durch zahlreiche subversive und gewalttätige Aktivitäten gegen das sozialistische Kuba bekannt. Die Abwehr der Flugzeuge war kein Akt des Terrorismus, sondern die legitime Verteidigung des kubanischen Luftraums.

Auch heute geht es um die Verteidigung des sozialistischen Kuba. Damals wie heute sitzen die Terroristen in den USA. Es sind die Kräfte des US-Imperialismus, die den Aufbau einer sozialistischen Gesellschaft auf Kuba zum Scheitern bringen wollen, die Millionen Menschen ihres kostenlosen Bildungs- und Gesundheitswesens, ihrer Möglichkeiten zur Entwicklung berauben wollen.

Die DKP spricht ihre unerschütterliche Solidarität mit dem Genossen Raúl Castro sowie mit dem kubanischen Volk und seiner Regierung aus, die unter außerordentlich schwierigen Bedingungen unterschiedlichster Angriffe von Seiten des US-Imperialismus die Souveränität ihres Landes und die von ihnen aufgebaute sozialistische Gesellschaft verteidigen.

Die DKP wird ihre politische und praktische Solidarität mit Kuba weiter verstärken.

Kuba wird siegen!
Hoch die internationale Solidarität!

1. Mai 2026 – Kampf- und Feiertag der Arbeiterklasse!  Gegen Militarisierung und Burgfrieden!

Zum 1. Mai. führten wir eine eigene Aktion auf dem Albertplatz in Dresden durch. Grund war vor allem die Tatsache, dass die Partei „Die Linke“ alle kommunistischen Parteien von ihrer Aktion auf dem Alaunplatz, wo sie “ jahrelang geduldet“ worden sind, ausgeschlossen hatte, um „ihr Profil zu schärfen“! 

Es war eine gute Entscheidung, nach dem „Rausschmiss“ der kommunistischen Kräfte durch die Partei „Die Linke“ eine eigene Aktion zu planen und durchzuführen!

Die Aktion fand im Rahmen des Bündnis „Dresden. Stadt des Friedens“ statt. Beteiligt waren neben uns auch die Organisationen der Kommunistischen Partei Deutschlands, Kommunistische Organisation, Kommunistische Plattform in der Partei Die Linke, Free Palestine Dresden, Internationalistisches Zentrum, Roter Aufbruch und Rumman Dresden. Unsere Aktion wurde von den Passanten interessiert angenommen und wir hatten ein aufgeschlossenes Publikum.

Wir beteiligten uns mit einem Infostand, verteilten die Zeitung „Unsere Zeit“, führten viele gut Gespräche und Diskussionen bei Kaffee und Kuchen und hielten verschiedene Reden. 

Besonderes Augenmerk legten die beteiligten Organisationen dabei auf die Kritik der Bezeichnung „Tag der Arbeit“ und die besondere Hervorhebung des 1. Mai als Kampftag und die Kritik des „Kuschelkurses“ der Gewerkschaften mit der Politik.

Unter anderem verlas einer unserer Genossen den Leitartikel der „Junge Welt“ für den 1. Mai.

Hier geht es zum vorgelesenen Artikel aus der „Junge Welt“: https://www.jungewelt.de/artikel/521790.1-mai-widerstand-gegen-ihre-kriege.html

 

Zuvor beteiligten wir uns an der diesjährigen Demonstration des DGB in Dresden. Diese führte vom Schützenplatz zum Schloßplatz. Dort führte der DGB seine Kundgebung durch. Auf diesem waren auch Infostände von Linkspartei, Grüne, SPD sowie CDA (Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft Deutschlands) zugegen. Trotz des „Demokonsens“ „keine National- und Territorialflaggen“ zu dulden, konnten zahlreiche Palästina-Fahnen und kämpferische und internationalistische Demosprüche nicht verhindert werden. Im Gegensatz zum letzten Jahr gelang es der DGB-Führung nicht, die antikapitalistischen und palästinasolidarischen Teile der Demo auszuschließen. Es wurde lediglich versucht die fortschrittlichen Kräfte mit Hochtransparent und durch langsames Laufen abzudrängen. Bei der Ankunft der Demonstration am Kundgebungsort wurde noch ein Transparent mit der Aufschrift „Keinen Raum den Gespenstern der Vergangenheit. Gegen autoritäre Paraden! Gegen jeden Antisemitismus!“ mit den Konterfeis von Lenin, Mao und Stalin vor den kommunistischen und palästinasolidarischen Demoteilnehmern aufgestellt.

Auch die Reden auf der Kundgebung waren alles andere als angemessen für den 1. Mai. Stattdessen bettelte der DGB weiterhin für Sozialpartnerschaft und warb für den Nationalstandort Deutschland…

Trotz dieser antikommunistischen Versuche durch die Gewerkschaften konnte Kritik an diesen offen gezeigt werden. Es gelang dem DGB nicht diese zu verhindern. So konnte die Hochrüstung und der Kurs der Gewerkschaften kritisiert werden.

Die „Junge Welt“ berichtete auch über die Feierlichkeit des DGB zum 1. Mai: https://www.jungewelt.de/artikel/521843.kampftag-der-arbeiterklasse-bratwurst-und-klassenkampf.html

Streikfähig statt kriegstüchtig!

Aufruf der DKP zum 1. Mai 2026: Für Arbeit, Frieden, Solidarität!

„Wir brennen für Klassenkampf statt für Krieg & Krise“: Jugendblock auf der 1.-Mai-Demo 2025 in Dortmund. (Foto: UZ-Archiv)

Jeden Tag wird wieder über Betriebsschließungen, über den Abbau von Arbeitsplätzen berichtet. Dahinter steht nicht, dass zu wenig Arbeit da wäre. Im Gegenteil, die Arbeitslast, die Krankentage, die Arbeitsunfälle nehmen zu. Dahinter steht, dass für die Aktionäre zu wenig Profit herauskommt.

Sie bestellen bei der Politik mehr Druck, und die liefert: Angriffe auf das Arbeitszeitgesetz, auf die Rente, die Abschaffung des ersten bezahlten Krankheitstages, der Pflegestufe 1. All das soll uns Druck machen. Bei all dem stellen wir zusammen mit der Friedensbewegung die Frage: „Wo bleiben die Milliarden?“ Sie werden exportiert und in Rüstung gesteckt. Beides für mehr Profit der Konzerne.

Gegen den Druck hilft nur eins: Widerstand. Beginnend in den Betrieben, die politischen Fragen auf die Straße tragend. Immer mehr Kolleginnen und Kollegen wird klar, dass nicht die „Partnerschaft“ zwischen den Kapitalisten und den Arbeitern, sondern der solidarische Kampf der Arbeiter eine Antwort liefert. Und dass nicht die Kungelei mit Kapital und Kabinett die Angriffe aufhält, sondern die Aufklärung, Organisation und Mobilisierung der Arbeiter. Dafür stehen wir am 1. Mai: Bruch mit der Sozialpartnerschaft, auf zur Verteidigung unserer sozialen und demokratischen Rechte gegen Kapital und Kabinett!

Die Herrschenden bereiten den Krieg vor. Dem brutalen Angriff auf den Iran wird Beihilfe geleistet, der Völkerrechtsbruch wird verteidigt. Mit höheren Preisen dürfen wir bezahlen, was niemand von uns bestellt hat. Zivil-militärische Zusammenarbeit, Militarisierung von Gesundheitssystem und Logistik, Wiedereinführung der Wehrpflicht, das alles soll unser Land „kriegstüchtig“ machen. Wir sollen dafür zahlen und dafür verheizt werden, dass die deutschen Banken und Konzerne ihren Einfluss in der Welt nicht an andere verlieren. Wir sollen für die Verlagerung unserer Arbeitsplätze bereits vorher zahlen und in den zu führenden Kriegen dann auch sterben.

Dagegen regt sich Widerstand – gewerkschaftliche Friedensbeschlüsse und die Friedenskonferenzen, Großdemonstrationen der Friedensbewegung, die Bewegung der Jugend gegen die Wehrpflicht und die Schulstreiks – das alles zeigt, an wessen Seite unsere Gewerkschaften gehören. Unsere Arbeits- und Lebensbedingungen können wir nicht im Krieg für die Sicherung des „Standorts“, sondern in der Sicherung des Friedens erkämpfen. Dafür stehen wir am 1. Mai auf: Für unsere Arbeitsplätze, für den Frieden, für die Solidarität!

Streikfähig statt kriegstüchtig! Das heißt:

• Kampf gegen die Rüstungsmilliarden, gegen Mittelstreckenraketen, gegen Wehrpflicht, die Kriege des deutschen Kapitals sind nicht unsere Kriege!

• Kampf für bessere Löhne, für soziale Absicherung, gegen die Arbeitshetze, für starke Gewerkschaften und Betriebs- & Personalräte!

Hier geht es zum Aufruf auf der Internetseite der „Unsere Zeit“: https://www.unsere-zeit.de/streikfaehig-statt-kriegstuechtig-2-4813736/

Hier finden in Sachsen Veranstaltungen zum 1. Mai statt, an denen wir teilnehmen:

Dresden: 

Wann? 1. Mai, 13.00-17.00 Uhr

Wo? Dresden, Albertplatz vor dem Artesischen Brunnen 

Friedensdemonstration zum TAG DER BEGEGNUNG in Torgau am 25. April 2026

AUFRUF/ EINLADUNG zur Friedensdemonstration zum TAG DER BEGEGNUNG, TORGAU 1945-2026

Wann? 25. APRIL 2026, Beginn: 11:30 Uhr

Wo? Brückenkopf Torgau

Nie wieder Faschismus – nie wieder Krieg!

Das war die Hoffnung der Soldaten der Roten Armee und der US-Armee beim Handschlag in Torgau.

Das sehen wir als unseren Auftrag, wenn wir den 81. Jahrestag, wenn wir den „Tag der Begegnung“ mit einer Demonstration begehen.

Für uns heißt das:

– Die Menschen in Deutschland brauchen Frieden und Freundschaft mit Russland und China.

– Wir kämpfen gegen Hochrüstung, Wehrpflicht und Waffenlieferungen.

– Wir kämpfen gegen Militarisierung – Keine Bundeswehr an Schulen.

– Wir sind für Frieden in der Ukraine, der die Sicherheitsinteressen aller berücksichtigt.

– Wir sagen: die NATO ist Kriegsverursacher, deshalb „Raus aus der NATO – NATO raus aus Deutschland.“

– Wir brauchen Abrüstung, keine Atomwaffen – stoppt die Stationierung neuer US-Mittelstreckenraketen, Atomwaffen raus aus Deutschland.

– Solidarität mit dem palästinensischen Volk – Stoppt den Völkermord.

– Wir wollen nicht weiter für die Kriegstüchtigkeit dieses Landes bezahlen, das Geld muss in Bildung, Soziales, Gesundheit und Infrastruktur investiert werden.

– Wir wollen Meinungsfreiheit im Kampf um Frieden und für internationale Solidarität ohne Gefahr von Sanktionierung und Verfolgung.

Der Elbe-Tag steht im Zeichen der Völkerfreundschaft. Für Nazis und Rassisten ist an diesem Tag kein Platz. Die Veranstalter untersagen die Teilnahme von Personen/Gruppen, die diesem Spektrum zuzuordnen sind sowie das Zeigen von deren Symbolen, Fahnen etc.

Von Dresden wird außerdem ein Bus nach Torgau fahren:

Letzter Aufruf zur Teilnahme am Elbetag 2026 der am 25.04.2026 stattfindet. Abfahrt eines Busses 09:00 Uhr am Bahnhof Dresden Neustadt. Rückfahrt 17:00 Uhr ab Torgau. 

Der Unkostenbeitrag von 25 Euro kann im Bus bezahlt werden.

Eine Anmeldung per Mail wäre aber wichtig: jensschumacher@t-online.de

Falls jemand den Teilnahmebetrag nur teilweise aufbringen kann, bitte informieren, wir finden eine solidarische Lösung!

Außerdem gibt es noch andere Anfahrtmöglichkeiten:

Leserbrief zur DKP-Broschüre „Frauen für den Frieden“

Leserbrief zu „Für das Recht auf Gesundheit und Selbstbestimmung“ ‚Wir waren schon mal weiter…‘ in der Broschüre „Frauen für den Frieden!“

Zum Gesundheitswesen der DDR möchte ich ergänzen: Das medizinische Personal, Ärzte, Krankenschwestern, Sprechstundenhilfen, Pflegekräfte,  Kraftfahrer, Hausmeister und andere die im Gesundheitswesen beschäftigt waren, hatten einen Arbeitsvertrag mit den Örtlichen Räten. Das waren in größeren Städten, meist Bezirksstädte, die Stadtbezirke, Rat der Stadt oder die Räte der Kreise. Es gab da bei uns keine privaten Klinik-, Pflege- oder Praxiskonzerne. Die Hersteller medizinischer Hilfsmittel und Medikamente waren in Volkseigentum. In Dresden beispielsweise das Arzneimittelwerk Dresden (AWD) oder das Serumwerk.

Arztpraxen waren immer einer Poliklinik zugeordnet. Unschlagbar das System der Betriebspolikliniken und Betriebsärzte. Wir hatten Schulärzte. Man brauchte keine Überweisung um etwa mal einen Orthopäden, Hals- Nasen Ohrenarzt, Haut oder Andere, zu konsultieren. Auch musste man nicht Monate auf einen Termin warten. Niemand musste auch nur einen Pfennig für Leistungen oder Medikamente oder Hilfsmittel „zu zahlen“. Wir hatten nur eine einzige Kranklenkasse mit der unspektakulären Bezeichnung „Sozialversicherungskasse (SVK)“.

Der Beitrag betrug 5%, der Höchstbeitrag war auf sechzig Mark monatlich begrenzt. Von der Gehhilfe bis zur Brille bezahlte die SVK alles.

Nur deshalb, weil es das DDR Gesundheitswesen gab, war das im Westen damals, im Vergleich zu heutigen Fehlentwicklungen und Verfehlungen der kapitalistischen Profitgier wegen, etwas anders.

Deshalb war nach dem Anschluss eine der ersten und wichtigsten Aufgaben des Westens die Zerschlagung unserer sozialen Errungenschaften.

Damit verbunden haben sie die Privatisierung im BRD-Gesundheitswesens forciert. Als es in der BRD noch etwas mehr Meinungsfreiheit gab, Gesellschaftskritik im politischen Kabarett möglich war, war Georg Schramm einer derjenigen die am vehementesten gegen den Privatisierungswahn im Gesundheitswesen polemisierten. Das geht mittlerweile schon so weit, dass sich der Staat immer mehr in die Angelegenheiten der Familien Behinderter einmischt.

Man kann es drehen und wenden wie man will. Die alles entscheidende Frage ist immer diejenige: Wem gehören die Produktionsmittel?

Bei uns stand der Mensch im Vordergrund und nicht die Befriedigung von Profitgier.

Erwähnen wollte ich nur noch solche Nebensächlichkeiten in der DDR betreffend nämlich der „Frauenförderpläne“ in den Betrieben, Kombinaten und Institutionen, einen arbeitsfreien Tag je Monat bei voller Bezahlung für Frauen, Frauenruheräume in den Betrieben und vieles mehr.  

 

Rainer Hesse

Volkskorrespondent

(Dieser Leserbrief erschien in einer gekürzten Version in der „Unsere Zeit“ vom 20. März 2026)

Hier geht es zur DKP-Broschüre: https://uzshop.de/broschuere-frauen-fuer-den-frieden

Her mit der Knete

„Wo bleiben die Milliarden?“ – Aktion in Leipzig

Dieser Artikel erschien am 27. Februar 2026.in der Zeitung „Unsere Zeit“: https://www.unsere-zeit.de/her-mit-der-knete-4812129/

„Leipzig wurde in den vergangenen Jahren normaler: Die Mieten steigen, die Wirtschaft lahmt, die Bürokratie nimmt zu“, titelte die „Leipziger Volkszeitung“ vom 20. Februar. Auch die sächsische Metropole bleibt von den immer größer werdenden Haushaltslöchern nicht verschont. Das Defizit der deutschen Kommunen hat im letzten Jahr schon 31 Milliarden Euro betragen. Nicht zu trennen ist das von den astronomischen Kosten für Aufrüstung, die der mit Raffinesse umworbene kriegerische „Ritt nach Osten“ verursacht.

Da kam die Aktion „Wo bleiben die Milliarden?“, an der sich die DKP in Leipzig beteiligt, gerade zur rechten Zeit. Unsere Frage nach den fehlenden Milliarden in Leipzig wurde in den Gesprächen an unserem Stand in der Nähe des Leipziger Hauptbahnhofs im Doppelsinn verstanden: im Sinne der schon in den Sand gesetzten Milliarden und im Sinne der 500 Milliarden Euro, die als „Sondervermögen“ für blühende kommunale Landschaften versprochen sind. Ein Zugeständnis, ganz im Sinne von „Zuckerbrot und Peitsche“, damit die Plünderung des Staatshaushaltes durch unbeschränkte Kriegskredite und grenzenlose Hochrüstung möglichst ohne Widerspruch von der Bevölkerung hingenommen wird.

Im Gespräch mit Passanten wurde nicht nur auf Probleme verwiesen … (Foto: Peter Weyland)

Aber wo bleibt das zusätzlich versprochene Geld, das nach Verrechnung von Gewinn und Verlust immer noch ein Defizit ergibt? Eine Verbesserung der Lebensbedingungen für die Einwohner Leipzigs ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: 100 Millionen Euro weniger für Schul- und Kitabau, Streichung kultureller Angebote, steigende Arbeitslosigkeit, steigende Armutsgefährdung, 56 sanierungsbedürftige Brücken, 5.000 Haushalte, die keine finanzierbare Wohnung mehr finden, steigende Obdachlosigkeit, Vernachlässigung des sozialen Wohnungsbaus – bis 2029 sind nur 400 solcher Wohnungen geplant, jährlich werden aber 1.000 benötigt. Dauerbaustellen, sanierungsbedürftige Straßen und Gehwege, ein sanierungsbedürftiges Schienennetz bei den Leipziger Verkehrsbetrieben „LVB“ und im Fernverkehr der Bahn, ganz zu schweigen von der Grüngestaltung. Und dem Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Junk (SPD), der auch Präsident des Deutschen Städtetages ist, fällt dazu nur ein: „Zur Wahrheit gehört: Unsere Sozialstandards gehören auf den Prüfstand. In den Jahrzehnten des Wohlstands haben wir unseren Sozialstaat ausgebaut zu einem System, das schon längst nicht mehr nur in Notfällen hilft.“ Das ist passgenau zum reaktionären Staatsumbau, der mit der offenen Militarisierung der BRD untrennbar verbunden ist. Das ist passgenau zur profitablen Entwicklung des Militär-Industrie-Komplexes in unserem Land.

… man konnte am Stand auch Informationen zu fehlenden Milliarden hinterlassen. (Foto Peter Weyland)

Diese Fragen und mehr haben wir am letzten Samstag mit unserer Aktion in Leipzig thematisiert. Massenzulauf hatten wir keinen. Das Wetter war mäßig, unser Standort, inhaltlich zwar gut durchdacht, erwies sich in Anbetracht der tatsächlichen örtlichen Möglichkeiten, Passanten anzusprechen, doch eher als ungünstig gewählt. Wer aber mit uns sprach, war interessiert – am Thema, an der UZ, an der DKP, am Kampf gegen die Wehrpflicht. Wir baten unsere Gesprächspartner auf Karten aufzuschreiben, wo das Geld überall fehlt. Wir hatten Vorlauf geschaffen, indem wir gravierende „Baustellen“ der Leipziger Infrastruktur, wie sie sich aus den Stadtratssitzungen ergaben, auf mehreren Tafeln veranschaulichten. In drei kurzen Redebeiträgen von DKP und SDAJ wurde ihr Zusammenhang mit der Kriegspolitik dargestellt und auf Möglichkeiten zum Widerstand eingegangen. Unsere Aktion schätzen wir insgesamt als erfolgreich ein. Wir haben Erfahrungen gesammelt und unsere Kampfgemeinschaft mit Genossinnen und Genossen aus Halle, Zwickau, Chemnitz/Erzgebirge, Riesa/Dresden gefestigt. Auswertend stellten wir fest, dass darauf zu achten ist, den Standort richtig zu wählen. Dass wir als DKP schon von Weitem erkennbar sind, die Visualisierung unserer Aushänge stimmt, möglichst auch Aufsteller verwendet werden. Dass die Genossinnen und Genossen inhaltlich vorbereitet sind und die große Ausgangsfrage ins Detail heruntergebrochen wird. Nach Abschluss der Aktion haben wir die Arbeit mit der Bildungszeitung zum Militarismus gemeinsam ausgewertet.

Herbert Münchow

Völkerrechtswidrigen Angriffskrieg stoppen!

Die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) verurteilt die militärischen Angriffe Israels und der USA auf zivile und militärische Ziele in verschiedenen Regionen des Iran und solidarisiert sich mit dem angegriffenen Land.

Der Angriff ist völkerrechtswidrig und torpediert die Atomverhandlungen mit dem Iran. Die deutsche Bundesregierung wurde nach eigenen Angaben im Vorfeld über die Kriegshandlungen informiert und trägt aufgrund ihrer Untätigkeit eine Mitverantwortung für diese gefährliche Eskalation. Währenddessen verübt der Iran Gegenschläge auf US-Militär, zum Beispiel in Kuwait, den Arabischen Emiraten, Katar und Bahrain sowie gegen Israel, und mobilisiert seine Truppen gegen eine mögliche US-Bodeninvasion. Die Gefahr einer weiteren kriegerischen Eskalation ist groß.

Das aggressive Vorgehen der Kriegsregierungen von Trump und Netanjahu und die De-facto-Unterstützung durch Bundeskanzler Merz sind mit den Prinzipien des internationalen Rechts und einer friedlichen Außenpolitik zum Wohle unseres Landes nicht zu vereinbaren. Die Unterstützung des Vorhabens, die Regierung in Teheran zu stürzen, wird von Vertretern der Bundesregierung mit der sogenannten „Staatsräson“ begründet. Diese entkernt die Lehren aus zwei Weltkriegen und aus der Befreiung Europas vom Hitler-Faschismus. Diplomatie und Kooperation im Rahmen der Vereinten Nationen sind so nicht möglich.

Die heute begonnene Eskalation gegen den Iran ist seit Monaten angekündigt und vorbereitet worden. Das militärische Vorgehen Israels geht zurück auf eine Koordination mit der NATO-Führungsmacht USA. Diese imperialistischen Zentren verhalten sich ihren Gegnern gegenüber und gegenüber dem internationalen Recht wie Räuber und beweisen, dass ihre Worte bei Verhandlungen nichts wert sind. Die Reaktion der deutschen Bundesregierung ist zu verurteilen, denn sie stellt sich an die Seite der Aggressoren, während andere Regierungen die Einhaltung des Völkerrechts fordern.

Die DKP ruft die Arbeiter- und Friedensbewegung zum Protest gegen die Unterstützung des Kriegs gegen den Iran durch die Bundesregierung auf und fordert den Abzug aller US-Truppen aus Deutschland. Der Bundesregierung sagen wir: Eure Staatsräson ohne uns!

28.02.2026

Dresden 1945 – Wer feiert ein Inferno?

Ein Kommentar von Jakob Yasko

22:13 Uhr, die Bombenschächte britischer Lancaster-Bomber öffnen sich über dem wolkenlosen Nachthimmel, mit Luftminen und Sprengbomben sollen die Häuser „geknackt“ werden, um sie später in Brand zu stecken. Es dauert nur 15 Minuten, dann ist die gesamte Stadt in Schutt und Asche versunken. Um 1:23Uhr folgt eine zweite Angriffswelle, dieses Mal vornehmlich mit Brandbomben. Ein orkanartiger Feuersturm vernichtet, was noch übrig ist. In den beiden darauffolgenden Tagen fliegen amerikanische B-17 Bomber Tagangriffe mit Spreng- und Brandbomben. Überlebende und Flüchtlingstracks werden Ziel von Tieffliegern. Zwischen dem 13. und 15. Februar 1945 sterben zwischen 18.000 und 25.000 Menschen.

Während der Stadtkern Dresdens, eine weltbekannte Kulturmetropole, in ein Trümmerfeld verwandelt wurde, blieb die Rüstungsindustrie, die es zuhauf gab und mit dem Blut von mindestens 5.000 Zwangsarbeitern geölt wurde, weitestgehend unverschont. 23 Prozent der Industrie wurde zerstört und nur eine der Elbbrücken brach zusammen. Der Schienenverkehr konnte nach 2 Wochen wieder vollständig aufgenommen werden.[1]

Diese Strategie des Moral Bombing, welche Churchill selbst als »Terror gegen die Zivilbevölkerung« deklarierte, traf nahezu alle deutschen Städte – und ab 1945 vornehmlich jene, die in den sowjetischen Einflussbereich fallen sollten. Was in Dresden getestet wurde, entnahm man der Luftkriegsführung der britischen Kolonialisten in Indien und Afrika, sowie dem Vorgehen der deutschen Luftwaffe im spanischen Bürgerkrieg und den Blitzkriegen. Während gemäß der »Area Bombing Directive« Arbeiterviertel ins Visier der Bomberverbände gerieten, konnten sich die Rüstungsmagnaten und Kriegsverbrecherkonzerne ihres Überlebens sicher sein. Im heftig bombardierten Ruhrgebiet überstanden 80% der Industrie den Krieg ohne größere Schäden. Insgesamt „erlitt“ die deutsche Schwerindustrie durch den Bombenkrieg einen Kapazitätsabfall von 15-16%. Das Industriepotential lag damit nach Kriegsende weit über dem der ab 1935 einsetzenden Aufrüstung.[2] In den Kassenbüchern der Großkonzerne und Nazibonzen machte sich die Niederlage kaum bemerkbar.  Schon ab 1950 wurden wieder Geschosse und Granaten für den nächsten Krieg gegen den Kommunismus produziert. Der „Korea-Boom“ rettete das stockende deutsche Wirtschaftswunder. Briten und Amerikaner wussten 1945, dass sie auf lange Sicht spielen mussten, nachdem die Wehrmacht vor Moskau gescheitert war.

Das Moral Bombing war Teil der Hinhaltetaktik gegenüber der Sowjetunion, die mit ihren Forderungen nach einer westalliierten Bodenoffensive, jahrelang damit abgeschmettert wurde, dass die Intensivierung der Bombenangriffe die einzig mögliche Unterstützungsmöglichkeit sei. Während Deutschland die Sowjetunion mit einem Vernichtungskrieg überzog und das Land am Abgrund stand schrieb Churchill im Winter 1941 an den um Hilfe bittenden Stalin: »In der Zwischenzeit werden wir weiterhin Deutschland mit wachsender Wucht bombardieren, die Meere offenhalten und unser Leben schützen«.[3] An Zynismus ist das kaum zu überbieten. Mit dem Ausbau der britischen Bomberflotte ab 1940 rückte die Eröffnung einer zweiten Front in weite Ferne,- die Rüstungsindustrie fokussierte sich vorerst auf die Luftwaffe. Ob „die deutsche Moral“ oder die Kriegswirtschaft durch die Bombenangriffe wirklich nennenswerte Verluste einstecken mussten ist höchst fraglich.

Der Kern des in der DDR praktizierten Gedenkens, behält bis heute seine Richtigkeit: Die Mörder Dresdens, sind die Kriegstreiber von Heute. Es sind die Nazis und Kriegsverbrecher, die diesen Krieg, der zur Bombardierung Dresdens führte, überhaupt erst vom Zaun brachen. Es sind aber auch die amerikanischen und britischen Kapitalisten, die Hitlers Konjunkturprogramme mit reichlich Dollars unterstützten und lange Zeit bereit waren die Sowjetunion ans Messer zu liefern. Jene Nazis und Kriegsverbrecher richteten sich mit der Bundesrepublik einen neuen Staat ein, um gemeinsam mit Großbritannien und den USA die Welt weiter mit Krieg zu überziehen. Dieselbe mörderische Art und Weise der Luftkriegsführung, welche Guernica, Warschau und Dresden traf wurde später gegen Korea, Vietnam und Kambodscha entfesselt. Deutschland lieferte dafür, wie bereits erwähnt, die nötigen Rüstungsgüter.

Soviel zum Kontext. Zurück nach Dresden. Es mag sogar sein, dass in einigen Fällen „Oma, Opa und Hans-Peter keine Opfer, sondern Täter“ waren, dass ändert nichts an der Tatsache, dass es das Großkapital und die Nazieliten waren, die Krieg, Völkermord und Faschismus maßgeblich ermöglichten. Die Kollektivschuldthese entlastet, relativiert und mystifiziert. Sie ist Geschichtsrevisionismus in Reinform und wird nicht ohne Grund vom deutschen Establishment so dankend in Kauf genommen.

Die Instrumentalisierung der Bombardierung durch „Dresden-Gedenken“ und die Partystimmung in Teilen des Gegenprotests spiegeln zwei Seiten einer Medaille wider. Genauso wie schon die angloamerikanischen Bombenangriffe und der deutsche Vernichtungskrieg zwei Seiten einer Medaille widerspiegelten. Die antideutsche Kollektivschuldthese und der rechte Geschichtsrevisionismus stehen sich weitaus weniger konträr entgegen als es auf den ersten Blick scheint: Gesellschaften bestehen demzufolge aus moralisch homogenen Kollektiven, die entweder kollektiv bestraft werden mussten oder kollektiv betrauert werden sollten. Beides ist eine völkische Logik – unabhängig von ihren Vorzeichen. Während Neonazis jährlich den verlorenen Schlachten hinterhertrauern, klatschen Antideutsche nicht nur im Fall von Dresden Beifall, sondern auch wenn Bomben auf Gaza regnen. Militarismus hat viele Gesichter. 

 

[1] Die Zahlen und Daten sind dem Bericht des us-amerikanischen Berichts über die eigene Luftkriegsführung zu entnehmen. Truman Spangrud (1945): The United States Strategic Bombing Survey, https://www.airuniversity.af.edu/Portals/10/AUPress/Books/B_0020_SPANGRUD_STRATEGIC_BOMBING_SURVEYS.pdf. 

[2] Olaf Groehler (1990): Bombenkrieg gegen den Deutschland, Berlin: Akademie Verlag S. 448f. 

[3] Ebd. S. 26.