Leserbrief zur DKP-Broschüre „Frauen für den Frieden“

Leserbrief zu „Für das Recht auf Gesundheit und Selbstbestimmung“ ‚Wir waren schon mal weiter…‘ in der Broschüre „Frauen für den Frieden!“

Zum Gesundheitswesen der DDR möchte ich ergänzen: Das medizinische Personal, Ärzte, Krankenschwestern, Sprechstundenhilfen, Pflegekräfte,  Kraftfahrer, Hausmeister und andere die im Gesundheitswesen beschäftigt waren, hatten einen Arbeitsvertrag mit den Örtlichen Räten. Das waren in größeren Städten, meist Bezirksstädte, die Stadtbezirke, Rat der Stadt oder die Räte der Kreise. Es gab da bei uns keine privaten Klinik-, Pflege- oder Praxiskonzerne. Die Hersteller medizinischer Hilfsmittel und Medikamente waren in Volkseigentum. In Dresden beispielsweise das Arzneimittelwerk Dresden (AWD) oder das Serumwerk.

Arztpraxen waren immer einer Poliklinik zugeordnet. Unschlagbar das System der Betriebspolikliniken und Betriebsärzte. Wir hatten Schulärzte. Man brauchte keine Überweisung um etwa mal einen Orthopäden, Hals- Nasen Ohrenarzt, Haut oder Andere, zu konsultieren. Auch musste man nicht Monate auf einen Termin warten. Niemand musste auch nur einen Pfennig für Leistungen oder Medikamente oder Hilfsmittel „zu zahlen“. Wir hatten nur eine einzige Kranklenkasse mit der unspektakulären Bezeichnung „Sozialversicherungskasse (SVK)“.

Der Beitrag betrug 5%, der Höchstbeitrag war auf sechzig Mark monatlich begrenzt. Von der Gehhilfe bis zur Brille bezahlte die SVK alles.

Nur deshalb, weil es das DDR Gesundheitswesen gab, war das im Westen damals, im Vergleich zu heutigen Fehlentwicklungen und Verfehlungen der kapitalistischen Profitgier wegen, etwas anders.

Deshalb war nach dem Anschluss eine der ersten und wichtigsten Aufgaben des Westens die Zerschlagung unserer sozialen Errungenschaften.

Damit verbunden haben sie die Privatisierung im BRD-Gesundheitswesens forciert. Als es in der BRD noch etwas mehr Meinungsfreiheit gab, Gesellschaftskritik im politischen Kabarett möglich war, war Georg Schramm einer derjenigen die am vehementesten gegen den Privatisierungswahn im Gesundheitswesen polemisierten. Das geht mittlerweile schon so weit, dass sich der Staat immer mehr in die Angelegenheiten der Familien Behinderter einmischt.

Man kann es drehen und wenden wie man will. Die alles entscheidende Frage ist immer diejenige: Wem gehören die Produktionsmittel?

Bei uns stand der Mensch im Vordergrund und nicht die Befriedigung von Profitgier.

Erwähnen wollte ich nur noch solche Nebensächlichkeiten in der DDR betreffend nämlich der „Frauenförderpläne“ in den Betrieben, Kombinaten und Institutionen, einen arbeitsfreien Tag je Monat bei voller Bezahlung für Frauen, Frauenruheräume in den Betrieben und vieles mehr.  

 

Rainer Hesse

Volkskorrespondent

(Dieser Leserbrief erschien in einer gekürzten Version in der „Unsere Zeit“ vom 20. März 2026)

Hier geht es zur DKP-Broschüre: https://uzshop.de/broschuere-frauen-fuer-den-frieden

8. März – Internationaler Frauenkampftag

Gemäß dem Beschluss der zweiten internationalen Frauenkonferenz im August 1910 in Kopenhagen fanden am 19. März 1911 erstmals Veranstaltungen zum Internationalen Frauentag in Dänemark, Deutschland, Österreich und der Schweiz statt. (Die Festlegung auf den 8. März erfolgte erst nach dem 1. Weltkrieg).

Der Internationale Frauentag entstand im Kampf um Gleichberechtigung, um bessere Arbeitsbedingungen, höhere Löhne und kürzere Arbeitszeiten. Die Kämpfe richteten sich auch gegen die unzumutbaren Wohn- und Lebensbedingungen und gegen den Ausschluss von Frauen von Wahlen. Dieser Kampf war immer Bestandteil der Kämpfe der Arbeiterbewegung um wesentliche politische sowie soziale Grundrechte und um die grundlegende Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse.

 

Am 8. März, dem Internationalen Frauenkampftag, haben daher Genossen der DKP Dresden gemeinsam mit der SDAJ Dresden (Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend) rote Nelken an Frauen verteilt.
 
Der 8. März war, ist und bleibt ein Kampftag der Arbeiterinnenbewegung.
Der Kampf um die Gleichberechtigung der Frau ist ein sozialer Kampf, ist Kampf gegen Hochrüstung und Militarisierung. Der Kampf um die Gleichberechtigung der Frau ist von seinem Inhalt her ein antikapitalistischer Kampf – er wird sich deshalb auch gegen die weiblichen Kader der herrschenden Klasse richten müssen.
 
Frauenkampf heißt Klassenkampf!
Daher haben wir die Verteilung der Nelken mit der Propagierung unserer Forderungen verbunden:
 
• Tarifbindung und Mitbestimmung stärken
• Minijobs in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung umwandeln
• Gleichstellungs-Checks für Gesetze, Maßnahmen und Programme verankern
• partnerschaftliche Verteilung von Haus-, Sorge- und Erwerbsarbeit zwischen den Geschlechtern
• Beendigung von jeglicher Gewalt gegen Frauen
• Aufwertung und bessere Bezahlung der von Frauen dominierten Berufsfelder