Wir fahren nach Berlin! Auf zum UZ-Pressefest!

21. UZ-Pressefest 2022 – Vorbereitungen in Berlin beginnen!

Ein großes Fest des Friedens und der Solidarität – wir brauchen es dringend. Für die Bewegung in diesem Land und für uns. Die Pandemie hat uns vieles versaut. Zwei Mal mussten wir das UZ-Pressefest im Dortmunder Revierpark wie auch viele andere Veranstaltungen verschieben. Gruppen- und Bildungsveranstaltungen per Video haben uns müde gemacht und zum Teil entfremdet. Gemeinsam feiern, diskutieren und Kultur erleben, das hat uns gefehlt. Daher fahren wir als DKP Sachsen auch zum Pressefest. Du willst mit? Dann schreib uns an. 

Die Reaktion hat keine Pause gemacht. Kriegshetze gegen Russland und China haben ein ungeahntes Ausmaß angenommen und sind brandgefährlich. „Bunte Revolutionen“ werden zum Beispiel in Belarus weiter vorangetrieben. In Kuba wittern Konterrevolutionäre Morgenluft. Sie werden nicht durchkommen.

Für die Krisenlasten werden wir brutal zur Kasse gebeten. Anstelle einer Pandemiebekämpfung für die Menschen in diesem Land und weltweit erlebten wir die Schließung von Krankenhäusern, das Abspeisen der Beschäftigten im Gesundheitswesen mit Brosamen und ein Konjunkturprogramm für die Pharmaindustrie. Auch im Namen von Klima- und Umweltschutz wird in großem Maße umverteilt. Die deutsche Wirtschaft wird fit gemacht für den internationalen Konkurrenzkampf – mit dem Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen hat das wenig zu tun.

Über diese und andere Themen wollen wir in Berlin auf dem Rosa-Luxemburg-Platz gemeinsam mit Bündnispartnern, Freunden und internationalen Gästen diskutieren. Das UZ-Pressefest vom 27. und 28. August 2022 soll ein starkes Signal für den Frieden, für internationale Solidarität und für den Widerstand in diesem Land gegen Sozial- und Demokratieabbau senden. Es wird ein Fest des Widerstandes und unserer Kultur sein. Dafür haben die Pressefestkommission, die Kulturkommission, die Kuba-AG und die Bezirke der DKP die Arbeit aufgenommen, bereiten die Organisation des Festes und ein starkes Programm vor. Wir wissen, dass auch das kommende Jahr von Einschränkungen in der Pandemie betroffen sein kann. Einfach wird es nicht, dieses Fest auf die Beine zu stellen. Aber am Ende wird es stehen, weil viele solidarisch zugepackt und ihre Ideen eingebracht haben. Die Berliner Genossinnen und Genossen werden die Gäste begrüßen, an der Kogge wird angezapft und in der Casa Cuba wird der Mojito gemixt – und rundherum zufriedene Gesichter. So soll es sein und dafür brauchen wir eure Hilfe.

Wir bitten unsere Mitglieder und Freunde um Spenden für das UZ-Pressefest und unsere zentralen Helferinnen und Helfer, jetzt Urlaub für den Auf- und Abbau und die Durchführung des Festes zu nehmen und weitere Freunde als Helferinnen und Helfer zu gewinnen. Am wichtigsten aber, macht das Datum – 27. bis 28. August 2022 – jetzt bekannt, werbt für unser Fest, diskutiert mit Freundinnen und Freunden, Kolleginnen und Kollegen über die Teilnahme. Das 21. UZ-Pressefest gehört jetzt in die Terminkalender.

Ideen für das Programm, die Werbung und die Durchführung unseres Festes und Fragen an die Pressefestkommission werdet ihr hier los: pressefest@dkp.de

Erste Werbematerialien gibt es im: https://shop.unsere-zeit.de/

Spenden mit dem Hinweis „UZ-Pressefest“ auf das Spendenkonto des DKP-Parteivorstands GLS-Bank | BIC: GENODEM1GLS | IBAN: DE 36 4306 0967 4002 4875 02

Hier geht es zur Internetseite vom UZ-Pressefest: https://pressefest.unsere-zeit.de/news/

Das ist doch keine demokratisch gewählte Regierung in Kiew!

Vor Kurzem ist die Ausstrahlung eines Telefonprotokolls über das Telefonat vom 20. Februar dieses Jahres zwischen Emanuel Macron und Wladimir Putin auf dem öffentlich rechtlichen französischen Programm von France 2 vorgesehen. Ob man es hier veröffentlichen wird ist ungewiss. Die öffentlich rechtlichen Programme anderer europäischen Länder, wie eben auch aus Frankreich, sind leider ebenso verboten. Man kann sie nur verschlüsselt empfangen und die Anbieter schieben als Grund hierfür „Urheberrechte“ vor. Und was das französische Präsidialamt mit der Veröffentlichung beabsichtigte, nämlich Putin zu dämonisieren, dürfte hier nach hinten los gehen.  

Doch kommen wir auf dieses Telefongespräch zurück. Macron, gleich von vier Beratern sekundiert erreichte Putin wohl gerade in einer Eishalle.

Hier die Wiedergabe auf Grund einer nichtamtlichen Übersetzung:

Emmanuel Macron: „Seit unserem letzten Gespräch haben die Spannungen zugenommen, und du kennst mein Engagement und meine Entschlossenheit, den Dialog fortzusetzen. Ich möchte, dass du mir zunächst sagst, wie du die Situation einschätzt und vielleicht – wie wir beide es tun – recht direkt, was deine Absichten sind. Und dann wollte ich versuchen zu sehen, ob es noch sinnvolle Aktionen gibt, die durchgeführt werden können, und [wollte] dir einige Vorschläge machen.“

Wladimir Putin: „Was soll ich sagen? Du siehst doch selbst, was geschieht. Du und Bundeskanzler Scholz haben mir gesagt, Selenskij sei bereit, etwas zu tun, dass er einen Gesetzesentwurf zur Umsetzung der Minsker Vereinbarungen vorbereitet habe. (…) In Wirklichkeit tut unser lieber Kollege Selenskij nichts. Er belügt euch. (…) Ich weiß nicht, ob du gestern seine Erklärung gehört hast, in der er sagt, dass die Ukraine Zugang zu Atomwaffen haben muss.“

Einer der 4 Berater des französischen Präsidenten, Emmanuel Bonne mischt sich in das Gespräch: „Nein, das ist Unsinn.“

Wladimir Putin: Ich habe auch deine Kommentare auf der Pressekonferenz in Kiew am 8. Februar gehört. Du sagtest, dass das Minsker Abkommen überarbeitet werden müsse– Zitat: ‚damit es durchsetzbar ist‘.“

Macron: „Wladimir, zunächst eine Sache: Ich habe nie gesagt, dass die Minsker Vereinbarungen revidiert werden müssen. Ich habe das nie gesagt, weder in Berlin, noch in Kiew, noch in Paris. Ich habe gesagt, dass sie umgesetzt werden müssen, dass man sich an die Dinge halten muss, und ich sehe die letzten Tage anders als du.“

Wladimir Putin: Hör zu, Emmanuel, ich verstehe euer Problem mit den Separatisten nicht. Zumindest haben sie auf unser Drängen hin alles Notwendige getan, um einen konstruktiven Dialog mit den ukrainischen Behörden zu ermöglichen.“

Emmanuel Macron: „Zu dem, was du gesagt hast, Wladimir, gibt es mehrere Anmerkungen: Erstens, das Minsker Abkommen ist ein Dialog mit euch, da hast du vollkommen Recht. In diesem Zusammenhang ist es nicht vorgesehen, dass die Grundlage der Diskussion ein von den Separatisten vorgelegter Text ist. Und wenn dein Unterhändler also versucht, den Ukrainern aufzuzwingen, auf der Grundlage von Fahrplänen der Separatisten zu diskutieren, hält er sich nicht an die Minsker Vereinbarungen. Es sind nicht die Separatisten, die Vorschläge zu ukrainischen Gesetzen machen werden!“

„Und ich weiß nicht, welcher Jurist dir sagen kann, dass in einem souveränen Land die Gesetzestexte von separatistischen Gruppen und nicht von den demokratisch gewählten Behörden vorgeschlagen werden. (…) Wo hat dein Jurist Recht studiert?“

Wladimir Putin (fester, genervter Ton): „Das ist keine demokratisch gewählte Regierung [in Kiew]. Sie sind durch einen Staatsstreich an die Macht gekommen, Menschen wurden bei lebendigem Leib verbrannt, es war ein Blutbad, und Selenskij ist einer der Verantwortlichen.

Hör mir gut zu: Das Prinzip des Dialogs besteht darin, die Interessen der anderen Seite zu berücksichtigen. Es gibt Vorschläge, die Separatisten – wie du sie nennst – haben sie den Ukrainern unterbreitet, haben aber keine Antwort erhalten. Wo ist der Dialog?“

Macron: „Aber wie ich bereits sagte, ist es uns egal, was die Separatisten vorschlagen. Was wir von ihnen verlangen, ist, dass sie auf die Texte der Ukrainer reagieren, und das müssen wir tun, weil es das Gesetz ist! Das, was du gerade gesagt hast, stellt deinen eigenen Willen, das Minsker Abkommen einzuhalten, infrage, wenn du der Meinung bist, dass du es mit nicht legitimen und terroristischen Machthabern zu tun hast.“

Wladimir Putin (laut französischem Protokoll „immer noch sehr genervt“):

„Hör mir gut zu! Hörst du mir zu? Ich sage es dir noch einmal: Die Separatisten, wie du sie nennst, haben auf die Vorschläge der ukrainischen Behörden reagiert. Sie haben geantwortet, aber dieselben Behörden sind nicht darauf eingegangen.“

Macron: „Ich werde dies nun von Selenskij verlangen. Sind wir uns darüber einig? Wenn wir uns einig sind, leite ich es in die Wege und verlange ein Treffen gleich morgen.“

Wladimir Putin: „Also um ganz klar zu sein: Sobald wir aufgelegt haben, werde ich diese Vorschläge prüfen. Aber von Anfang an hätte man Druck auf die Ukrainer ausüben müssen, aber niemand wollte das tun.“

Emmanuel Macron: „Aber doch! Ich tue das Maximum, um sie zu drängen, das weißt du bestens.“

Wladimir Putin: „Ich weiß, aber leider ohne Erfolg.“

Macron (laut Protokollvermerk „schelmisch“): 

„Du musst mir ein bisschen helfen.“

Macron will sich nun nach der Lage an der Front im Donbass sowie der ukrainisch russischen Grenze erkundigen und fragt nach ob man am selben Abend die weißrussischen- russischen Manöver beenden würde.

Putin: „Ja, wahrscheinlich heute Abend, aber wir werden auf jeden Fall eine Militärpräsenz an der Grenze belassen, solange sich die Lage im Donbass nicht beruhigt hat. Die Diskussion wird in Absprache mit dem Verteidigungs- und dem Außenministerium geführt werden.“

Wegen der Frage einer NATO Mitgliedschaft der Ukraine schlägt Macron eine weiteres Treffen mit den Amis vor.

Dazu Wladimir Putin: „Vielen Dank, Emmanuel. Es ist mir immer ein großes Vergnügen und eine große Ehre, mit deinen europäischen Amtskollegen sowie mit den Vereinigten Staaten zu sprechen. Und es ist mir immer eine große Freude, mit dir einen Dialog zu führen, weil wir in einer vertrauensvollen Beziehung zueinander stehen.“

Dieser, am Telefon ausgetragene Disput entlarvt eben nicht Wladimir Putin als Despot sondern gibt ihm Recht. Nämlich, waren es die Garantiemächte Deutschland und Frankreich die ihren Verpflichtungen nicht nachkamen, wollten oder konnten. Und es erscheint mir hier eher als ein weiteren Versuch Macrons Zeit zu schinden. Wir wissen ja nun, dass eine großangelegte Offensive gegen den Donbass, Lugansk und der Krim in Vorbereitung war.

Und selbst, würde man ihm ehrliche Absichten einräumen mögen, zeigt das Gespräch eindeutig, dass ohne den USA da in der Ukraine gar nichts geht und die hatten ganz andere Absichten.  Das ist nun mal so wenn man es mit nicht unabhängigen Regierungen zu tun hat. Frankreich war schon nach dem Ende des ersten Weltkrieges gar nicht mehr in der Lage eine eigenständige und unabhängige Außenpolitik zu machen und nach dem 2 Weltkrieg dann nur einen historisch ganz kleinen Moment nämlich unter Charles de Gaulle.

Wladimir Putin schien an einigen Stellen ziemlich genervt weil er eigentlich schon alles nicht nur nicht hundert Mal sondern Tausendmal sagte und ihm Keiner zuhören wollte –die Arroganz der Macht im Westen eben.

Nur noch Eines. Ich kenne kein Land wo Behörden demokratisch gewählt sind und in der Ukraine schon mal gar nicht. Oder glaubte Herr Macron sich in der Pariser Kommune zu befinden?    

 

Rainer Hesse

Volkskorrespondent

Von allen guten Geistern verlassen? – Aktuelles zu Kaliningrad

Und die Amis zündeln weiter in Europa!

Sind die von allen guten Geistern verlassen?

Kaliningrad unter NATO Blockade. Litauen blockiert seit dieser Woche den Transitverkehr von Waren aller Art von Russland nach Kaliningrad über Land und sie begründen dies damit dass dies im Einklang mit den EU Sanktionen stünde. EU Sanktionen? Waren aus Russland nach Russland, Hallo? Sie provozieren ein zweites Stalingrad!

Das kann die russische Föderation nicht hinnehmen und es steht eine direkte Konfrontation zwischen NATO und Russland akut im Raum. Es bestehen völkerrechtlich verbindliche Verträge verlautet aus Moskau unter anderem aus 2002. Der EU Botschafter schwafelt beim Verlassen des russischen Außenministeriums in die Mikrophone der Reporter „aber es gäbe gar keine Verträge“, na ja, so wie es auch gar keine Nazis in der Ukraine gibt.

Josep Borrell in der Funktion eines „EU Außenbeauftragen“ dazu gestern „… um klarzustellen, dass wir den Verkehr zwischen Kaliningrad und Russland nicht blockieren wollen, sondern nur die Umgehung von Sanktionen verhindern wollen.“ Um das aus unsere Sicht klarzustellen, egal welche Waren von Russland nach Russland transportiert werden geht die EU und NATO Kriegstreiber überhaupt nichts an.

Dimitri Peskow heute: „Russland bleibt in der Situation um Kaliningrad entschlossen“.

Der NATO Aggressor muss gestoppt werden. Wir alle laufen Gefahr eines atomaren Schlagabtausches. Wir haben alle Kinder und Enkel, was soll aus ihnen werden? Offenbar sind europäische Politiker kinderlos.

So etwas Verantwortungsloses gab es zuletzt nur 1914 und 1938. Hört auf mit dem Leben eurer Kinder und Enkel zu spielen. Trennt euch endlich von dem Amis, die haben hier nichts verloren.

Deutschland raus aus der NATO, NATO raus aus Deutschland.

  

Rainer Hesse

Volkskorrespondent

Erinnerung an den verbrecherischen Überfall des faschistischen Deutschlands auf die Sowjetunion vor 81 Jahren

Kundgebung am Sowjetischen Ehrenmal in Dresden

Am 22. Juni 2022 erinnerten Dresdner Friedensfreunde an den verbrecherischen Überfall des faschistischen Deutschlands auf die Sowjetunion vor 81 Jahren und bekundeten ihre 
Solidarität mit den Demokratischen Volksrepubliken des Donbass im Befreiungskrieg: Freiheit von faschistischer Herrschaft und NATO-Kriegsbedrohung.

Der Feind ist nicht die Russische Föderation, sondern der Expansionsdrang des deutschen Imperialismus und Militarismus an der Spitze der EU und im Bündnis mit den aggressiven imperialistischen Kräften der USA, die ihren Anspruch auf Weltherrschaft und Kolonisierung über die NATO umsetzen wollen. Na, Hallo! Unser Hauptfeind steht im eigenen Land!

Imperialistischer Krieg ist das Verbrechen. Dem Befreiungskampf gelte unsere Solidarität!

Dostojewskis Weg der Verdammten – nun auch verboten?

Der Alltag ist hektisch und nebenbei schnappe ich so manche Nachrichten aus unterschiedlichen Quellen auf. Nachrichten die es in sich haben. Und wenn man dann so an dem Wochenende darüber nachdenkt wird‘s einem Angst und Bange. Hier mal nur so Einiges von Vielem.
 
Russen dürfen nun keine öffentlichen Gebäude mehr betreten (Brüssel). Am 31. März 1933 schreibt Victor Klemperer in sein Tagebuch, in Münster werden jüdische Dozenten am Betreten der Universität gehindert.
 
Nach dem Verbot von RT, Sputnik sind nun, nach dem Verbot der offiziellen Seite der russischen Duma, weitere 3 russischer Sender in Europa verboten. Am 10. März 1933 trägt Victor Klemperer in sein Tagebuch ein, seit März das erste Zeitungsverbot, das „Berliner Tageblatt“. Datiert vom 10. März 1933 trägt er in sein Tagebuch folgendes ein; „der Dramaturg Karl Wolf entlassen“. Im Jahr 2022 in der BRD, Entlassungen russischer Künstler aus dem Kulturbetrieb und Nichtzulassung russischer Künstler zu internationalen Geiger- und Pianisten Wettbewerben.
 
Mitarbeitern russischer Medienunternehmen werden die Konten gesperrt, sie können ihre Mieten nicht mehr bezahlen und keine Lebensmittel kaufen. Victor Klemperer schreibt, „sie töten nicht, sie lassen hungern“.
 
Seit Ende Februar 2022 russische Waren aus den Regalen der Supermärkte entfernt. Am 31. März 33, Freitagabend, notiert er, „immer trostloser. Morgen beginnt Boykott. Zwang, christlichen Angestellten 2 Montagsgehälter zu zahlen, jüdische zu entlassen“.
Im Jahr 2021 und 2022, russische Medien wären Staatsmedien und würden nur Propaganda und Lügen verbreiten. Am 21. Februar 33 schreibt Klemperer in sein Tagebuch, Grund für die Maßnahmen sei die ausländische Hetze und am 21. März 33 berichtet er über den Tag des Staatsaktes in Potsdam über fürchterliche Drohungen im Freiheitskampf nebst grässlichen mittelalterlicher Judenbeschimpfung – abgesetzte jüdische Richter – Einsetzung einer Kommission zur Nationalisierung der Universität Leipzig. Montag 10. April 33, „Greuelnachrichten sind Lügen und werden bestraft“.
 
Dienstagabend am 19. September 33 notiert er eine Aussage seines Anwalts „…wir sind kein Rechtsstaat mehr“. Am 14. November 1933 Eintrag zum Plebiszit, mit „Nein“ gestimmt und Eva gab leere Wahlzettel ab und das ist mutig weil alle Welt mit dem Bruch des Wahlgeheimnisses rechnet.
 
Victor Klemperer war Jude, seit 1920 Professor für Romanistik an der Uni Dresden, seine Frau Eva war „Arierin“ und im Jahr 1933 wurde ihm gegenüber noch etwas Zurückhaltung an den Tag gelegt weil er „Frontkämpfer“ im ersten Weltkrieg war. Er und seine Frau hatten 1945 ihren Deportationsbescheid erhalten, waren am 13. Februar 1945 unter Bewachung vom Sammelplatz zum Abtransport unterwegs und durch das Chaos der Bombennacht gelang beiden die Flucht.
 
Trotz einiger Zurückhaltung 1933 durchlitten die Klemperers vom ersten Tage an schlimme Existenzängste, sie litten unter wirtschaftlicher- und später physischer Bedrohung. Das war damals der Alltag der Klemperers. Und heute sei an die Russen und die russischen Familien, die hier leben, gedacht die in etwa dieselben Anfänge der Verfolgung durchleben müssen wie einst die Klemperers.
 
Und die Bevölkerung? Damals wie heute eine große schweigende Masse.
Sämtliche russische Kultur und Literatur ist verboten auch Fjodor Michailowitsch Dostojewski, ein russischer Adliger der unter dem Zaren in Ungnade fiel und von 1849 bis 1859 nach Omsk verbannt und zu Zwangsarbeit verurteilt war.
Was hatte er verbrochen?
 
Nun, er hatte ausländische Artikel übersetzt und Interessierten vorgelesen. Das missfiel dem Zaren. Pikant. Versteht kein Mensch mehr. Schauen wir mal nach den Filmproduktionen. Sowjetische Filme findet man schon seit ewigen Zeiten nicht mehr in den Mediatheken, Sowjetische Märchen suchte man bereits in der Vor- und Weihnachtszeit 2021 vergeblich. Sprechen wir mal erst gar nicht von kubanischen, chinesischen ober vietnamesischen Produktionen. Nur noch Schwachsinn aus Hollywood oder noch Schlimmeres wie „Tatort“ oder SOKOS.
 
Dazu noch einmal Victor Klemperer, am Sonntagabend dem 17. September 1933 vermerkt er resigniert „Uns beide, Eva und mich, krängt es maßlos, daß Deutschland derart alles Recht und alle Kultur schändet“
 
Dem ist nichts hinzuzufügen.
 
Rainer Hesse
Volkskorrespondent

Der Traum von einer friedlichen Welt des Wladimir Wladimirowitsch

Wladimir Wladimirowitsch Putin (Владимир Владимирович Путин), geboren am 7. Oktober 1952 in Leningrad, Vater während der Blockade von Stalingrad schwer verwundet, half der an Hunger sterbenden Mutter zu überleben. Sie konnte gerade noch gerettet werden.

Derzeit einer im NATO-Reich meist gehassten Menschen, Wladimir Putin. Im gesamten NATO-Reich? Nein, da gibt es eine sehr kleine Kolonie, die ehemalige DDR nämlich, in der stimmen viele Menschen nicht hundertprozentig dem Russenhass zu. Das mag daran liegen, dass bis 1989/1990 sehr viele DDR Bürger in der DSF organisiert waren, einen Geschichtsunterricht genossen der sich an der Wahrheit orientierte und die Fähigkeiten zur Dialektik bis heute nicht einbüßten, um es mal vereinfacht zu formulieren. Und dass ist gut so.

 

Dennoch, Wladimir Putin ist kein Kommunist. Ob er es jemals tatsächlich und ehrlich war, das wissen wir freilich nicht. Jedenfalls, er ist kein Kommunist und das mache ich zum Beispiel an seinen folgenden Äußerungen aus:

a.)    Im Juni 2019 sprach er auf der Petersburger Wirtschaftskonferenz das Thema der Sicherung der Freiheit unternehmerischer Initiativen an.

b.)    Im Dokumentarfilm „Präsident“ sagt er dem Interviewer gegenüber „…mir schien es, als würde sich mit dem Wegfall der ideologischen Grenzen in Form der Macht der Kommunistischen Partei endlich alles von Grund auf ändern

c.)     Putin denunziert die Oktoberevolution 1917 als einen gewaltsamen Umsturz, der hätte verhindert werden können

 

Wladimir Putin würde ich als klassischen Vertreter des Versöhnlertums charakterisieren und das ist an folgenden seiner Äußerungen und Handlungen deutlich erkennbar:

1.)    Schon kurz nach seiner Wahl traf sich Wladimir Putin mit den Oligarchen im Kreml und sie kamen zahlreich, dachten sie doch alles ginge sowie unter Jelzin weiter. So war es aber nicht. Der frischgewählte Präsident eröffnete ihnen gegenüber, von nun an gilt die „Diktatur des Gesetzes“, die Oligarchen haben ihre Geschäfte transparent zu halten und müssen Steuern zahlen. Von nun an dürfen sie ihre Arbeiter nicht mehr bis zum letzten ausquetschen sondern müssen normale Gehälter zahlen und das pünktlich.

2.)    Im Dokumentarfilm „Präsident“ wird eine Begebenheit wiedergegeben, wo er sich mit dem Oligarchen Oleg Deripaska in dessen eigenen metallurgischen Unternehmen überwarf, weil er seinen Arbeitern Löhne schuldete. Er sagt „mit ihrer Unprofessionalität, Ihrem Ehrgeiz und vielleicht sogar wegen einfachem Geiz haben sie Tausende Menschen zu Geiseln gemacht“. Die Lohnrückstände von über 40 Millionen Rubel mussten noch am gleichen Tage beglichen werden.

3.)    Auf der Valdai-Konferenz 2014 fordert er eine verantwortungsvolle Führung und sinnvolle Selbstbeschränkung.

4.)    In seinen Äußerungen zur Oktoberrevolution meinte er, diese sei vermeidbar gewesen hätte die russische Bourgeoise sich mit ihren Arbeitern verständigt. Die Oktoberrevolution sei einzig und allein dem Unvermögen der Unternehmer geschuldet.

 

Das Versöhnlertum wird irgendwann scheitern, weil es die gesetzmäßigen Entwicklungen einer kapitalistischen Gesellschaft nicht aufheben kann. Vor allem die immense Triebkraft der Profitmaximierung. Ihr lassen sich keine Grenzen setzen und dafür gehen die über Leichen. Innenpolitisch wird auch er nicht die Prozesse der immer rascher voranschreitenden Verschmelzung von Produktions- und Finanzkapital, der Monopolisierung, aufhalten können. Der Grundwiderspruch von Arbeit und Kapital kann nicht aufgehoben werden solange Privateigentum an den Produktionsmitteln besteht.

Wladimir Putin hat dieselben Schulen, mit denselben Lehrinhalten, besucht wie wir. Erschreckend ist die Ignoranz der tatsächlichen Umstände, die zum Heranreifen der revolutionären Situation im damaligen Russland der „Kerenskis“ herrschten. Es ging nämlich um das Ausscheiden aus dem Weltkrieg, das die damalige Bourgeoise vehement zu verhindern suchte. Die Bourgeois waren über tausende Fäden mit ihren westlichen Klassenkumpanen verwoben und verdienten an diesem Völkerschlachten kräftig mit. Außerdem war die russische Bourgeoise damals bereit das eigene Vaterland zu verraten und gewaltige Gebiete, inklusive der damaligen Hauptstadt, dem deutschen Kaiserreich zu überlassen. Die russische Armee bestand mehrheitlich aus Bauern und war demoralisiert. Der abermalige Verrat von Kerenski und Konsorten am Willen einer überwältigen Mehrheit des russischen Volkes, der Arbeiter und Bauern und der berufstätigen Massen führte dazu, dass die Bolschewiki in den Sowjets der Arbeiter- und Soldaten Deputierten überall die Mehrheiten errangen und die Losung war einfach nur „Alle Machte den Sowjets“.

Dennoch, Wladimir Putin ist zwar kein Kommunist, aber auf jeden Fall Antifaschist. Und, er verfolgt die Kommunisten nicht.

Fällt der Name „Putin“ bekommen die NATO-Krieger und ihre Freunde Schnappatmung und hyperventilieren. Ein Diktator sei er. Nein, auch das ist er nicht. Er hat als Präsident, verfassungsgemäß, weitreichende Vollmachten, ist jedoch an die Beschlüsse der Duma gebunden. Absichtlich unerwähnt bleibt, dass bereits Monate vor der Militäroperation in der Ukraine die Duma entsprechende Beschlüsse hinsichtlich der Volksrepubliken Donezk und Lugansk fasste. Er hat nicht einfach mal so, aus einer Laune heraus, beschlossen, ach, heute überfalle ich mal die Ukraine. In Russland gibt es eine ähnliche Medienlandschaft wie in der BRD. Staatsfernsehen und private Kanäle. Durchaus regierungskritisch, manchmal den guten Geschmack verletzend. Diese „regierungskritischen“ Medien werden nicht etwa verboten, im Gegenteil, sie erhalten staatliche Zuwendungen. Diese Zuwendungen sind nicht an Inhalte gebunden. Sie werden aufgrund beschlossener Gesetze gezahlt.  

Außerordentlich bemerkenswert ist, er und eine große Mehrheit der Russen hegen keinen Hass gegen das deutsche Volk für die Verbrechen die es in der Sowjetunion während des großen Vaterländischen Krieges beging. Sie wundern sich nur darüber, wie so ein Volk, das so große Dichter, Erfinder, Künstler und Philosophen hervorbrachte nur so etwas tun konnte. Bei diesem Gedanken treibt es mir die Schamröte ins Gesicht. Eingedenk der Erfahrungen mit den deutschen Faschisten wird man sehen wie lange sich das französische Volk die zunehmende Faschisierung der NATO, allen voran Deutschlands, ansieht.

Durch all seine Reden und Interviews zieht sich wie ein Roter Faden seine Vision vom friedlichen und gleichberechtigten Zusammenleben der Völker. Von friedlicher Konfliktlösung von gegenseitigem Respekt und Achtung der Interessen der jeweiligen Anderen. Das mein lieber Wladimir Putin sind aber kommunistische Ideale. Eine solche Welt wird es unter der Herrschaft der von zunehmend von Gier, Geiz und Hass zerfressenen Hirnen der Großbourgeoisie nicht geben.

 

Rainer Hesse

Volkskorrespondent

Zur Faschisierung der Ukraine

„Wir waren dort. Es gibt dort keine Nazis“ – Klaus Kleber, ZDF Heute Journal

Es wird uns immer wieder erklärt, wir lebten in einer Demokratie. In Wirklichkeit handelt es sich um nichts anderes als um die Diktatur der Bourgeoise. Demokratische Strukturen verschleiern nur die herrschenden Machtverhältnisse.
Dennoch, in der bürgerlichen Demokratie haben wir grundlegende Rechte, wie Meinungs- Versammlungs- und Pressefreiheit beispielsweise. Wie es hierum tatsächlich bestellt ist kann man schon bei Lenin nachlesen. Aber immer hin. Was macht nun den Unterschied zum Faschismus aus? Es ist klar, der Faschismus stellt nichts weiter dar als eine andere Art der Herrschaft der Bourgeoise. Meist greift sie auf dieses Mittel zurück wenn die Widersprüche in der Gesellschaft sich derart zuspitzen dass sie selbst keinen anderen Ausweg mehr sieht.

Allein das Verbot unliebsamer Parteien reicht nicht aus um einen Staat faschistisch zu nennen. Auch in der BRD bestehen Verbote von Vereinen, Organisation und der KPD fort. Niemand käme ernstlich auf die Idee die BRD „faschistisch“ zu bezeichnen.
Faschismus stellt sich schleichend ein. Zunächst verzeichnen wir einen zunehmend beschleunigten reaktionären Staatsumbau wo Andersdenkende oder kritische Journalisten und Künstler sich Schikanen ausgesetzt sehen. Das haben wir hier schon.
Es fängt bei der Sprache an. Stilistik: Häufung von Ausdrücken, wie „Freiheitskampf“ oder „Heldentum“. Metaphern, falsches Pathos, Schwulst oder Knappheit des Ausdrucks. Es ist einfach nur Rhetorik ohne jeglichen Bezug zur Realität und Nachfragen werden durch stupide Wiederholung unterdrückt. Am Ende ist es so, wer nachfragt oder hinterfragt ist unser Feind. Kennen wir aus der aktuellen NATO Rhetorik und in der Ukraine bleibt es nicht nur bei der medialen Hinrichtung Andersdenkender. Vor allem ist der „Appell an die Einheit“ hervorzuheben.

Was ist denn nun Faschismus. Faschismus ist eine offene Diktatur, eine Terrorherrschaft. Die Errichtung eines Terrorregimes setzt nicht zwingend die Existenz einer Führerperson voraus. Es muss auch nicht immer nur ein Einparteiensystem vorliegen und ein Parlament kann es auch geben. Selbst im Dritten Reich wurden Wahlen abgehalten wie uns Joseph Goebbels in seinen Tagebüchern erzählt.

Faschismus als Terrorregime braucht eine Ideologie die sich auf Hass gegen andere Nationen und Nationalitäten, gegen Andersdenkende, gegen Minderheiten oder Behinderte stützt. Es müssen nicht immer Juden betroffen sein, so wie im Dritten Reich damals. In der Ukraine haben wir im Parlament noch 3 Parteien dich sich gegenseitig im Hass gegen alles Andere und vor Allem gegen die „Moskowiter“ zu überbieten versuchen. Mit Moskowitern sind nicht die Moskauer gemeint sondern alle Russen, wie uns Frau Timoschenko erklärte. Es wird die Überlegenheit der Ukrainer suggeriert und Russen sind minderwertig, ist Viehzeug dessen Vermehrung zu unterbinden ist wie ein leitender Mediziner in die Fernsehkammaras von „Ukraine24“ tönte.

Zur Errichtung eines Terrorregimes gehört also nicht nur die Ausschaltung oppositioneller Parteien –die Kommunistische Partei der Ukraine haben sie bereits 2015 verboten- sondern auch die Gleichschaltung aller Medien. Bedrohungen, Haft, das “Verschwinden lassen”, Folter oder gar Mord gehören zum gängigen Repertoire eines faschistischen Regimes. Nicht nur das. Die Gewerkschaften sind zu neutralisieren und die Beziehungen der Arbeiter und Angestellten zu den Oligarchen werden nur noch durch „Arbeitsgesetze“ geregelt. So haben die Arbeiter und Angestellten in der Ukraine keinerlei Rechte für Arbeitskampfmaßnahmen mehr. Sie müssen Lohnsenkungen, Lohnschulden und Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen hinnehmen. Weiter, in der Ukraine wurden Einheiten der sogenannten „Territorialen Selbstverteidigung“ geschaffen. Es handelt sich hier um so ein Misch aus Volkssturm und SA die ständig die Bevölkerung terrorisieren. Es reicht schon aus, wenn nicht mit dem korrekten „Ukrainischen Gruß“ geantwortet wird. Vorwiegend werden Sinti und Roma angegriffen, teilweise entkleidet und mit Klebeband an Lichtmasten gefesselt, auch Frauen. Kirchen haben sie schon gestürmt. Die obligatorischen Aufmärsche gehören dazu.

Es war der Oligarch Ihor Kolomosjskyj der schon frühzeitig begann faschistische Paramilitärs zu finanzieren und mittlerweile ist die faschistische Ideologie zur Staatsideologie mutiert. Niemand traut sich mehr irgendetwas Anderes zu sagen. Das ASOW Bataillon und Andere verherrlichen offen die SS Division Galizien die sich an dem Massenmord von 33 000 Juden, Polen und Anderen im Jahr 1941 bei Babyn Jar beteiligten. Eine andere Nazi Gruppe, C14, arbeitet mit dem Geheimdienst SBU zusammen, sind sogar teilweise integriert und so mutiert der SBU zu einer Art Gestapo. Sie verfolgen „Andersdenkende im Inn- und Ausland und denunzieren sie als „Hochverräter“. Das kennen wir auch schon von Dritten Reich her. In der Ukraine wurden Biowaffenlabore entdeckt. An geistig Behinderten haben sie routinemäßig medizinische Experimente durchgeführt. Auch das kennen wir vom Dritten Reich.

Der seit 2014 andauernde blutige Krieg gegen die eigene Zivilbevölkerung im Osten und Süden des Landes mit über 14 000 gestorbenen Menschen, alles russisch sprachig, zeigt doch die Menschenverachtung. Die Allee der Engel im Donezk mit den Andenken an die von 2014 bis 2015 durch ukrainische Militärs getöteten Kinder spricht Bände. Poroschenko tönte einst sinngemäß, während unsere Kinder Kindergärten und Schulen besuchen werden wir dafür sorgen dass die russischen Kinder nicht aus ihren Kellern herauskommen.
Nun fragen wir uns, warum unterstützt der Westen dieses faschistische und menschenverachtende Regime? Haben sie denn nicht auf Grund ihrer Antihitlerkoalition vereinbart Derartiges nie wieder zuzulassen?

Ja, das haben sie tatsächlich, schon auf Jalta und in Potsdam. Sie wissen ganz genau was sich tatsächlich in der Ukraine abspielt. Und darum behaupten sie ja immer wieder in ihren gleichgeschalteten Medien, in der Ukraine gäbe es gar keinen Faschismus. Alles andere seinen ja entschuldbare Entgleisungen, immerhin seien sie Opfer einer Aggression. Ein Blick in die Geschichte zeigt uns, der Westen hatte nie Skrupel damit Faschisten zu hofieren um sie für ihrer eigenen Zwecke einzuspannen. Stellvertretend sei hier die „Befriedungspolitik“ verbunden mit dem Verrat an der spanischen Republik und dem Verrat an der Tschechischslowakischen Republik 1936/1938 und 1939, genannt. Es ging immer schief. Sie haben aus dem 9. Mai 1945 nichts gelernt.

Wir sollten lernen aller Rhetorik des Westens kritisch, ja sogar sehr kritisch, gegenüber zu stehen. Wir müssen wachsam sein, dass es nicht auch hier zur schleichenden Faschisierung kommt.

Rainer Hesse
Volkskorrespondent

Stille im Walde – Ein Kommentar zur OB-Wahl in Dresden

Was gibt es zur Kandidatur von André Schollbach für die Linkspartei zur Oberbürgermeisterwahl am 12. Juni dieses Jahres zu sagen?


Eigentlich nicht viel. Sein Lebenslauf enthält nicht viel Aufregendes, in Meißen geboren, Abitur, Diplomjurist mit beiden Staatsexamen ist er schon seit 1999 in der Politik.
Der 44 jährige Rechtsanwalt ist als Fraktionsvorsitzender in den Ausschüssen für Allgemeine Ordnung, Finanzen und Wirtschaftsförderung tätig und ist Stadtrat für Cotta, Löbtau und Naußlitz. Für eine erfolgreiche Kandidatur setzt er sich ehrgeizige Ziele wie die Verhinderung von Krankenhausschließungen, den Verbleib des Städtischen Klinikums in kommunaler Trägerschaft, bezahlbarer Wohnraum und dem Verbot von Militärwerbung an städtischen Werbeflächen und Schulen sowie dem Schutz von DDR Architektur. Das Alles kann ich als Kommunist unterschreiben. Ich befürchte jedoch, das sind alles nur Slogans und darum, seiner Aufforderung folgend, ihn zu kontaktieren tat ich das und stellte ihm die folgenden Fragen:


– Wie stehen Sie zu Politikern der Linkspartei im Bund und nehmen Sie tatsächlich eine antimilitaristische Haltung ein?


– Was haben Sie bisher in den Ausschüssen erreicht?


– Wie stehen Sie zum Abriss der Herkuleskeule?


– Was konnten Sie zum Erhalt des Sachsenbades (ich meine als Bad) tun und wie stehen Sie zu der Bürgerinitiative?


– Was konnten Sie und wie können Sie für bezahlbaren Wohnraum sorgen?


– Würden Sie eine Initiative „Energiepreise stoppen“ mit tragen?


– Können Sie auf kostenlose anwaltliche Vertretung für Menschen mit wenig Geld verweisen?


Das war vor 4 Wochen. Leider bekam ich damals keine Antworten, nicht einmal eine Empfangsbestätig meiner Mail.
Vergessen wir nicht das Engagement der damaligen PDS/Linkspartei zum Verkauf aller kommunalen Wohnungen entgegen von Protesten in der Bevölkerung und entgegen von 45 000 gesammelten Unterschriften wollte ich schon gern wissen, wie der Kandidat nun für bezahlbaren Wohnraum sorgen will und da zu bezahlbaren Wohnraum auch die Nebenkosten zählen war die Frage nach einer Beteiligung an der Initiative die Energiepreise, besser gesagt Endverbraucherpreise, stoppen logisch. Nun, ich hatte ja nicht erwartet dass er gleich verlangt die Wohnungs- und Energiewirtschaft wieder in Volkseigentum zu überführen.


Zwischenzeitlich hat er mir durch seine Fraktion antworten lassen und nicht eine einzige Frage beantwortet. Also, ich rufe mir wieder seine Seite auf und stelle fest, außer Slogans nichts. Es fehlt nun jedoch der Punkt, dass er Militärwerbung an öffentlichen Werbeflächen der Stadt unterbinden möchte. Dies fehlt nun.


Zwischenzeitlich erfuhr ich, dass André Schollbachs sehr selbstbewusstes Auftreten doch mitunter gegenüber anderen recht verstörend wirken soll.
Wie auch immer, für mich war wichtig zu erfahren, wie er seine Ziele programmatisch umzusetzen gedenkt und da antwortete er nicht und auf seiner Seite ist da auch nix zu finden. Schade eigentlich.


Kurz um, wenn man von ihm als Oberbürgermeister genauso wenig wahrnimmt wie derzeit mag ich ihm mein Stimme nicht geben wollen. Es ginge alles so weiter wie bisher. Eben nix Aufregendes, Bahnbrechendes. Ihm seine Stimme zu geben oder nicht, dass soll jeder mit sich selbst ausmachen.

Rainer Hesse
Volkskorrespondent

Lemmus trimucronatus – der kollektive Suizid oder Warum die Energiepreise steigen

Braunen Lemmingen, oder Lemmus trimucronatus, sagt man kollektiven Suizid nach. Bewiesen ist das nicht. Bewiesen ist, bei der Suche neuer Lebensräume überleben viele nicht.

Was hat das nun mit unseren Energiepreisen zu tun? Herzlich wenig, eignet sich aber vortrefflich als Metapher kollektiven Selbstmordes des „Wertwestens“.

Preise sind Preise und die sind diesmal nun wirklich hundertprozentig Menschengemacht. Preise legen irgendwelche Leute fest, niemand verlangt von ihnen Rechenschaft, sie tun es einfach weil sie es können und die Arbeiter und Bauern und die werktätigen Massen müssen zahlen. 

Der „Russe“ liefert immer noch zu gleich günstigen Bedingungen Öl und Gas wie er das schon immer tat. Nun erklärt man uns, das alles läge am Markt. Nun wollte ich mich mal gerne an den „M a r k t“ wenden und fragen was er denn mit all dem vielen Geld denn so macht. Kann mir jemand mal mit der Adresse, Telefonnummer oder Email vom Markt weiterhelfen? Ich meine allein die Mineralölkonzerne haben, man merke auf, 1,7 Milliarden Euros innerhalb nur eines Monats zusätzlich kassiert. Was machen die eigentlich mit unserem Geld? Geheimnisumwittert sagt man uns, tja der Markt, ja der Markt da würden die Preise von Angebot und Nachfrage bestimmt.

Aber, wir bekommen doch immer noch aus Russland Gas und Öl so wie immer und eine erhöhte Nachfrage sehe ich ebenso nicht.

Ein probates Mittel um ihre Preise durchsetzen zu können, die reduzieren künstlich das Angebot, das können die auf Grund ihrer Monopolstellung. Die lassen die Regierungen dann Gründe finden Embargos festzulegen und derzeit eignet sich vortrefflich das blaugelbe Elend. Wenn das noch nicht reicht, enteignet und beschlagnahmt man eben mal schnell russischen Staatsbesitz in der Hoffnung Gegenmaßnahmen zu provozieren. Klar, Gazprom kann nicht weiter an seine enteigneten Töchter liefern. Sie enteignen Rosneft und setzen einfach so 1 500 Arbeiter auf die Straße. Na ja, den Osten wird es eben mal etwas härter treffen, so wie immer, sagt die Bundesenergiebremse. Das PCK versorgt fast alle Tankstellen im Osten.

Russische Firmen, da sprechen wir mal gar nicht vom Raub russischer Kulturgüter, sind schnell enteignet, Deutsche Wohnen und Konsorten enteignen, das geht freilich nicht. Da würden ja Eigentumsrechte verletzt.  

Um nun auf die braunen Lemminge zurückzukommen, die sind auf der Suche nach neuen Lebensräumen im Osten, so wie früher. Ob das die Bourgeoise so einfach unbeschadet übersteht ist freilich noch nicht ausgemacht.

Die Rhetorik deutscher Politiker erinnert an die Lingua tertii imperii und zeugt von einer Art Arroganz und Größenwahn ohne Gleichen. Der Herr Minister Habeck wird jetzt die Situation „beobachten“ tönt er von seinen Rednertribünen und notfalls Energieabschaltungen vornehmen. Das wird wohl eher Bäcker als Rüstungskonzerne treffen. Der Bonmot, die Lieferverträge für russisches Öl und Gas haben eine Laufzeit von 30 Jahren. Wenn die jetzt abschalten, wer bezahlt dann die Abnahme der vertraglich vereinbarten Mengen? Na ja, das Volk wird’s schon schlucken. Herzlich Willkommen in der Bundesrepublik Absurdistan.

 

Rainer Hesse

Volkskorrespondent

Die westlichen Begehrlichkeiten gegenüber Russland (Teil 2)

US Präsident Herbert Hoover 1931 „Um die Wahrheit zu sagen, es ist das Ziel meines Lebens, Sowjetrußland auszulöschen“

 

Springen wir ins Jahr 1936. Gegen die 1936 in Spanien wegen der blutigen Niederschlagung von Streikes mit immerhin 2 Tausend Toten und 30 Tausend inhaftierten Arbeiter im Jahr zuvor regulär ins Amt berufene Volksfrontregierung putschte Franco.

Im Völkerbund sorgten England und Frankreich dafür, dass im ständig tagenden Nichteinmischungskomitee in London, die in der spanischen Republik als Kriegspartei agierenden faschistischen Mächte, involviert waren.

Deutschlands Austritt aus dem Völkerbund störte dabei nicht. In ihrem Bestreben die faschistischen Aggressionsgelüste zu befriedigen und in dem Bemühen diese gen Osten zu lenken begünstigte London immer öfter und dreister die faschistischen Mächte.

Schließlich gipfelte deren Politik im offenen Verrat der tschechisch-slowakischen Republik 1938, die Duldung der Annexion Österreichs und im Abbruch der diplomatischen Beziehungen gegenüber der legitimen Regierung der Spanischen Republik 1939. 

Und immer zogen die Amis die Fäden im Hintergrund. Das nahm dann schon so groteske Züge an, dass man 500 evakuierten spanischen Kindern die Durchreise durch die USA nach Mexiko verwehrte weil sie Kombattanten einer Kriegspartei seien. Das war am 5 Juni 1937. England schloss 1938 mit dem faschistischen Italien einen Freundschaftsvertrag. Der damalige US Botschafter war niemand geringeres als der Vater J.F. Kennedys.

In ihrem Streben den faschistischen Eroberungsgelüsten irgendwie Einhalt zu gebieten bot die Sowjetunion der englischen- und französischen Regierung Verhandlungen zum Abschluss eines dreiseitigen Beistandspaktes an. Auch hier wurde sehr schnell deutlich was die wahren Absichten Englands waren. Das Frankreich der 200 Familien hatte nach dem Ersten Weltkrieg keine souveräne Außenpolitik mehr und hing am Rockzipfel Englands. Verschleppen, Hinhaltetaktik, bürokratische Hürden und Intrigen waren die Instrumente des Westens um einen solchen Packt nie schließen zu müssen. Sie dachten nicht im Traum daran mussten jedoch den Schein waren.

Die englische Öffentlichkeit, allem voran die Arbeiterklasse hatte große Sympathien für die Sowjetunion. Immerhin wurde der sowjetische Botschafter zu zahlreichen Gewerkschafts- und Arbeiterkundgebungen eingeladen. Während dieser Verhandlungen reisten mehrfach englische Regierungsmitglieder nach Berlin um Hitler zu huldigen. Was die da wohl besprochen haben mögen? Mit der Erklärung Polens keine sowjetischen Truppen auf seinem Gebiet zu dulden war dieser Vertrag Makulatur und ob hinter dieser Erklärung der polnischen Regierung England oder gar die Amis standen ist nicht ausgenmacht.

Während dieser Dreierverhandlungen begann die finnische Regierung dem faschistischen Deutschland offen Avancen zu machen. Es erbot sich als Aufmarschgebiet für deutsche Truppen gegen die Sowjetunion. Dies konnte nicht verborgen bleiben. Darum wandte sich die Sowjetunion mit der Bitte an die finnische Regierung die finnisch- sowjetische Grenze auf den Karelen etwas zu verschieben. Immerhin liegt die finnisch- russische Grenze nur 32 km von Leningrad entfernt. Die Sowjetunion bot im Austausch ein doppelt so großes Territorium an. Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Es begann mit Grenzprovokationen die dann im direkten Artilleriebeschuss Leningrads gipfelten. Das löste den sowjetisch finnischen Krieg, vom November 1939 bis Februar 1940, aus.

Und der Westen? Wieder einmal der Westen, er verleumdete die Sowjetunion als Aggressor und pumpte Finnland mit Waffen voll. Wieder einmal „Waffen und nochmals Waffen“. Eine Hetzkampagne ohne Gleichen damals, nun ja, man kennt das ja auch von heute. Jedenfalls hatte der Westen damals seine eigenen militärischen Kapazitäten weit überschätzt und setzte mit seinem Hasardspiel die eigene Bevölkerung der Gefahr aus, eine Konfrontation mit dem faschistischen Deutschland nicht zu überstehen. 

Aber was soll’s heute brandmarkt man die Sowjetunion und versucht somit seine eigenen Fehler von damals zu kaschieren. Die Sowjetunion trage am Ausbruch des Zweiten Weltkrieges Mitschuld da sie ja mit Deutschland einen Nichtangriffspakt schloss. Eine Verkehrung der Tatsachen. Hätte der Westen die Verhandlungen nicht torpediert, hätten sie nicht auf die Amis gehört, hätte es einen Überfall auf Frankreich, Dänemark, Holland und Norwegen womöglich nicht gegeben.       

Damals versuchte der Westen die Aggressionsgelüste der faschistischen Mächte nach Osten zu lenken und daran hat sich bis heute nix geändert. Heute soll nun die faschistische Ukraine die Aufgabe übernehmen.

 

Rainer Hesse

 

Quellen:

1.) Memoiren des sowjetischen Botschafters Maiski von 1932 bis 1943 sowjetischer Botschafter in England (Träger des Leninordens)
2.) Geschichte der KPdSU (Dietz Verlag Berlin 1985)
3.) Geschichte der UdSSR von 1917 bis 1970 von I.B. Berchin